Von sofort an finden Sie auf unserer Internetseite auch lokalpolitische Berichte aus der heimischen Tageszeitung "Die Glocke". Zur Standortsuche des Aldis in Avenwedde schreibt Lokalchef Gerrit Dinkels:
Gütersloh (gl). An mehreren Stellen im Stadtgebiet haben Lebensmittelmärkte ihre Flächen erweitert oder wollen es noch tun. In Avenwedde ist es der Aldi- Markt, dem der Platz an der Osnabrücker Landstraße nicht reicht. Der Discounter möchte neu bauen. Zwei Standorte sind in der Diskussion, in der es auch um grundsätzliche Fragen geht.
Die Fläche am alten Standort sei zu klein, sagte Wolfgang Meier, Bereichsleiter Expansion in der Schloß Holte-Stukenbrocker Zentrale, gestern der „Glocke“. Die Verkaufsfläche liegt mit 530 Quadratmetern unter dem üblichen Niveau, hinzu kommen das Lager (115 Quadratmeter) und Nebenräume (20 Quadratmeter). Auch für Lastwagen sei die Situation „äußerst unglücklich, wenn die dort rangieren müssen“. Meiers Idealvorstellung ist ein Neubau mit 900 Quadratmetern Verkaufsfläche. 800 seien planungsrechtlich allerdings das Maximum, „das reicht uns“, so Meier.
Schon im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung fünf Neubaustandorte entlang der Avenwedder Straße geprüft, die sich alle in Privatbesitz befinden und zum Teil nicht verfügbar sind. Die Diskussion beschränkt sich zurzeit auf das Gelände der geschlossenen Gaststätte Bettenworth samt benachbarter Grundstücke und den Bolz- bzw. Festplatz der St.-Sebastianus-Schützen. Insgesamt einschließlich Parkplätzen benötigt der Discounter etwa 5000 Quadratmeter. Beide Eigentümer seien verkaufswillig, berichtete Meier. Für den Bolzplatz gebe es eine Alternativfläche.
Im Grunde seien ihm beide Standorte recht, wenn es nur gelinge, dort einen zeitgemäßen Aldi- Markt zu bauen, so Meier. Bei Bettenworth sehe er allerdings Probleme mit der Anlieferung, die rückwärts von der Avenwedder Straße aus geschehen müsste. Meier: „Mir wäre der Standort Bolzplatz am liebsten.“
So sieht es auch die Avenwedder CDU. Bettenworth als Standort für den Discounter könne er sich „schlecht vorstellen“, sagte der Ortsverbandsvorsitzende Raphael Tigges. Dies würde mehr Verkehr in den Ort und auf die Avenwedder Straße ziehen. Im Hintergrund liege die Grundschule, und wenn wochentags in der benachbarten Herz-Jesu-Kirche noch ein Trauergottesdienst stattfinde, gehe dort „gar nichts mehr“. „Wenn der Aldi sich vergrößern will, macht das für uns an der anderen Stelle mehr Sinn“, so Tigges. Diese Auffassung hatte er bereits in der November-Sitzung des Planungsausschusses vertreten und gleichzeitig ein Alternativkonzept für den Bolzplatz (Festplatz) eingefordert.
Im Rathaus wird klar der Standort Bettenworth favorisiert. Nach einem neuen Zentrenkonzept soll Einzelhandel künftig nur noch innerhalb von Siedlungsschwerpunkten genehmigt werden und der örtlichen Versorgung dienen. Der Standort jenseits der Osnabrücker Landstraße scheide damit „grundsätzlich aus“, hieß es in dem Bericht an den Planungsausschuss. Der „Glocke“ sagte Michael Zirbel, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung, der Bereich sei im Übrigen aus als Gewerbefläche ausgewiesen, Einzelhandel dort mithin nicht zulässig. Die Avenwedder Straße hingegen könne noch Verkehr vertragen. Zirbel: „Wir wollen die Ortsteile stärken.“ Noch in diesem Jahr solle für Gütersloh ein Zentrenentwicklungskonzept erstellt werden, das die Fragen beantworte, wo wer einkaufe und wo noch zusätzliche Verkaufsflächen realisiert werden könnten.
Dass der Bolzplatzes für einen Nahversorger nicht zentral genug sei, diese Ansicht mag Aldi-Expansionsleiter Meier nicht teilen. Auch der Standort Bettenworth liege letztlich am Ortsrand – nur auf der anderen Seite.