Neuer Verein für Weberei - Berichte in Glocke und WB (21.01.07)

In ihren Samstagsausgaben berichten "Die Glocke" und das Westfalen Blatt über die Weberei:
„Wenn sich alle Mühe geben, gibt es eine realistische Chance“ titelt die Glocke und weiter:
Gütersloh (din). Der vorläufige Insolvenzverwalter der Weberei, Dr. Norbert Küpper, sieht eine Chance, die Einrichtung zu retten. Voraussetzung: Alle Beteiligten müssen an einem Strang ziehen. Zurzeit halten Mitarbeiter und Lieferanten zur Stange. Die Stadt will auf die Miete und auf ihr Pfandrecht verzichten.
Der „Glocke“ sagte Küpper gestern: „Ich gehe davon aus, dass wir es schaffen werden, die Weberei in den nächsten Wochen einschließlich Februar weiter offenzuhalten.“ Das gelte auch für die Einrichtungen neben der Gastronomie wie den Kindergarten. Zurzeit arbeite er an einem Konzept, wie die Weberei dauerhaft aufgefangen werden könne. „Es gibt Interessenten, die mich anrufen und sagen, wir möchten dort eine Kneipe einrichten.“ Das komme für ihn nicht in Frage. „Wir wollen eine gemeinnützige Lösung.“ Neben einer gGmbH könne er sich einen Förderverein vorstellen, der die bisherigen Vereinsmitglieder auffange, wo sie sich einbringen könnten. Küpper: „Fördern, ohne selbst die Einrichtung zu betreiben.“

Am Mittwochabend hatte Küpper die Belegschaft während einer Betriebsversammlung informiert. „Die Mitarbeiter waren sehr gefasst“, berichtete er. Sie hätten eine ganze Reihe von Fragen gehabt, die insbesondere darauf zielten, wie sie die nächsten Wochen finanziell überstehen sollten. Schon im Dezember hatten sie keine Gehälter erhalten, und das Insolvenzgeld für maximal drei Monate kommt erst, wenn das Bielefelder Amtsgericht entscheidet, ob das Insolvenzverfahren tatsächlich eröffnet wird. Das soll bis zum 1. März passieren. Küpper will nun ein Schreiben an die Hausbanken der Beschäftigten aufsetzen, damit sie ihnen bei einer Kontoüberziehung entgegenkommen. Küpper: „Das Insolvenzgeld ist sicheres Geld, es gibt keine Risiken für die Banken.“

Den Schuldenberg der Weberei beschrieb Küpper unabhängig von den Forderungen des früheren Geschäftsführers Andreas Voßhenrich-Werner auf „hohe sechsstellige Beträge“. Er wolle „einer Legendenbildung ausdrücklich entgegentreten. Die Forderung von Herrn Voßhenrich- Werner ist nicht Auslöser der Insolvenz.“ Küpper weiter: „Ich bin ganz optimistisch. Wenn sich alle Mühe geben, gibt es eine Chance.“

"Neuer Verein soll die Weberei betreiben"
lautet die Überschrift im Westfalen Blatt und weiter:
Gütersloh (WB/rec). Aus dem Umfeld der Weberei wird zur Gründung eines neuen, »lebendigen, offenen und demokratischen Vereins« aufgerufen, der die Arbeit des insolventen Bürgerzentrums fortführen soll. Dazu wird zu einem Treffen am Dienstag, 23. Januar, um 19.30 Uhr im Werk II eingeladen.

In einem an die Medien versandten Aufruf wird die Rolle der Weberei als »Kultur- und Begegnungszentrum« hervorgehoben. Sie biete unterschiedlichsten Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen die Möglichkeit, sich gesellschaftlich, kulturell und politisch zu engagieren. Als »Bildungsträger« beheimate die Weberei einen Kindergarten und Krabbeltreffs, sie unterhalte das Wapelbad und eine Heimat für »rund 70 Gruppen und Initiativen.« All dies sei gefährdet, sollte die Weberei an einen »privaten Investor« verpachtet werden. Die Fehler der Vergangenheit seien weder den engagierten Kräften noch der Geschäftsleitung anzulasten.