GL: Nach Weberei-Insolvenz - Neuer Verein will Soziokultur erhalten (30.01.07)

Unter obiger Überschrift berichtet die "Die Glocke":
Gütersloh (heva). Nach der Insolvenz des Weberei-Trägervereins wollen Mitglieder verschiedener Gruppen das Kulturzentrum mit alten Mitteln weiterführen. 36 Ehrenamtliche, die zum Großteil regelmäßige Nutzer der Weberei sind, haben zu dem Zweck am Sonntag einen neuen Verein gegründet. Die Weberei müsse als soziokulturelles Zentrum erhalten bleiben, forderte Jörg Weltzer, den die Mitglieder in den Vorstand des Zusammenschlusses wählten.

Der „Initiative Soziokultur“ genannte Verein soll nach dem Willen seiner Mitglieder neuer Träger der Weberei werden. Ob das gelinge, stehe aber „völlig in den Sternen“, sagte Jörg Weltzer als Moderator der Gründungsversammlung. Der Vorstand, dem außer Weltzer gleichberechtigt Sandra Beilmann und Georgios Mantikos angehören, will in den nächsten Wochen Gespräche mit der Stadtverwaltung und dem Insolvenzverwalter aufnehmen. Ihrem Wunsch, künftig die Weberei zu führen, wollen die Ehrenamtlichen mit Unterschriftenlisten Nachdruck verleihen.

Wichtig war es mehreren Teilnehmern der Versammlung am Sonntagnachmittag, den neu gegründeten Verein nicht als Nachfolger des bisherigen Trägers zu bezeichnen. Auf ihren Wunsch entschieden sich die Gründungsmitglieder dagegen, das Wort „Weberei“ in den Vereinsnamen aufzunehmen. Einen Vorschlag, auf die Vereinsgründung zu verzichten und ein soziokulturelles Zentrum als losen Zusammenschluss zu unterstützen, lehnte die Mehrheit der Anwesenden aber ab.

Dennoch handele es sich bei dem Vorhaben der Vereinsgründer um einen Neuanfang, sagte Jörg Weltzer. Bis Mitte Februar werde der Vorstand Vorschläge für die künftige Führung der Weberei erarbeiten. Möglich sei es etwa, dass ein Gremium aus Mitgliedern verschiedener Gruppen, welche die Weberei nutzten, ein Mitbestimmungsrecht erhalte. „Es geht nicht um Vereinsmeierei“, sagte Weltzer. Mit der Wahl der Rechtsform wolle man vor allem juristischen Fallstricken aus dem Weg gehen.

Im insolventen Weberei-Trägerverein sei keiner der jetzt gewählten Vorstandsmitglieder organisiert gewesen, sagte Jörg Weltzer, der nach eigenen Worten nur in der Anfangsphase in dem Kulturzentrum mitgearbeitet hat. Weltzer ist etwa als Mitglied der antifaschistischen Gruppe „Cable Street Beat“ regelmäßiger Besucher der Weberei. Dass Vorstandskollegin Sandra Beilmann ebenfalls Mitglied bei „Cable Street Beat“ ist, sei reiner Zufall. An der Gründungsversammlung nahmen unter anderen Vertreter der WASG und des Vereins „Crossnight“ teil. Vorstandsmitglied Georgios Mantikos ist als Ehrenamtlicher in der Gütersloher griechischen Gemeinde aktiv.