GL: „Wirtschaftliche und ökologische Gründe“ - Stadtwerke verabschieden sich von Kraftwerksplänen (22.02.07)

Gütersloh (din). Die Stadtwerke Gütersloh (SWG) haben sich von einer Beteiligung an einem Steinkohle-Kraftwerksneubau in Herne verabschiedet. Wirtschaftliche und ökologische Gründe nennen die GeschaÅNftsführer Lorenz Siepe und Dr. Dirk von Lojewski in einer Mitteilung, die gestern am frühen Abend verbreitet wurde.
Bei der Frage nach der Wirtschaftlichkeit hätten die „unsicheren zukünftigen CO2-Zertifikatszuteilungen, die Primärenergieund Strompreisentwicklungen sowie mögliche staatliche Regulierungen eine entscheidende Rolle gespielt“. Weiter heißt es, „nicht zuletzt haben auch ökologische Überlegungen im Zusammenhang mit der derzeitigen weltweiten Klimadiskussion diese Entscheidung der GeschaÅNftsführung mit beeinflusst.“

Für 20 Millionen Euro hatten die SWG einen 25-Megawatt-Anteil an dem geplanten Neubau des Steag-Kraftwerks Herne 5 kaufen wollen. Auf diese Weise sollte die Abhängigkeit von Stromlieferanten gemindert werden.

Am Nachmittag informierte Bürgermeisterin Maria Unger die Fraktionschefs im Ältestenrat über die Entscheidung der Stadtwerke- Geschäftsführer. Kurz darauf teilte Grünen-Fraktionssprecher Hans-Peter Rosenthal mit, seine Fraktion begrüsse den Ausstieg aus den Plänen. „Damit können klimaschädliche Folgen, ein hohes wirtschaftliches Risiko für die Stadtwerke und ein immenser Imageverlust für Gütersloh abgewendet werden“, erklärte Rosenthal. Die Stadtwerke besäßen nun die Handlungsfreiheit, wieder in Energieeinsparung und umweltfreundlichen Strom zu investieren.