GL: Rat stimmt für Pari-Sozial - Mehrheit für neuen Weberei-Träger (26.02.07)

Bereits am Samstag berichtete die "Die Glocke":
Gütersloh (rebo). Fast einmütig, mit zwei Enthaltungen der FDP, haben die Ratsmitglieder dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, der Pari-Sozial die Trägerschaft des Kulturzentrums an der Bogenstraße zu übertragen. Als Zeichen für den Insolvenzverwalter, dass weitergearbeitet werden könne, bezeichnete gestern Hans-Peter Rosenthal (grüne) den Beschluss, mit der Pari-Sozial gGmbH einen neuen Mietvertrag für die Weberei abzuschließen.
Hartwig Fischer, Vorsitzender der FDP-Fraktion hatte zuvor betont, dass noch einige Fragen unbeantwortet seien. So wolle die FDP zum Beispiel wissen, wie weit die Haftung des neuen Trägers bei einer Insolvenz reiche. „Die FDP gratuliert Dr. Küpper, dass er so schnell einen neuen Träger gefunden hat“, betonte Fischer. Einen Blankoscheck wolle man jedoch nicht ausstellen, deshalb enthalte sich die FDP bei der Abstimmung.

Vertreter von SPD, CDU, Grünen, BfGT und UWG sprachen in der Ratssitzung ihr Lob aus, dass so schnell eine Lösung für die Weiterführung der Weberei gefunden worden sei. „Die Weberei kann weiterarbeiten, trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen“, sagte Irene Albers (SPD). Die SPD will eine besondere Regelung in dem neuen Mietvertrag verankern. Danach soll es den Gruppen, die jetzt in der Weberei arbeiten, ermöglicht werden auch weiterhin die Räume der Einrichtung zu nutzen. „Auch wenn sie die ortsüblichen Mieten nicht bezahlen können“, betonte Albers.

Rudolf Bolte schloss sich seiner Vorrednerin an. Die CDU sei froh, dass ein neuer Träger gefunden sei und bereit, die Weberei weiter zu bezuschussen.

Hans-Peter Rosenthal wünschte sich für die Zukunft der Weberei, „dass eine Balance hergestellt wird zwischen Professionalität und Ehrenamt“. Dass die Kulturarbeit der Weberei von der Verwaltung auf einer Ebene mit dem Theater gesehen werde, sei ein positives Zeichen. Auch Peter Kalley, Vorsitzender der UWGFraktion, erklärte, die UWG werde der Vorlage zustimmen.

Der neue Mietvertrag mit der Pari-Sozial soll ab dem 1. März gelten. Geschäftsführer Dieter Brinker hatte erklärt, dass er in den nächsten Wochen prüfen werde, welche Bereiche der Einrichtung weitergeführt werden könnten wie bisher und wo Änderungen vorgenommen werden müssten. In der Ratssitzung wurde gestern Abend deutlich, dass Politik und Verwaltung nach dem Insolvenzantrag im Januar von dem neuen Weberei-Träger vor allem eine solide Buchführung erwarten.