NW:Schönborn im Streit mit Insolvenzanwalt (20.03.07)

Kreis Gütersloh (raho). Zwischen dem mehrfach vorbestraften Neonazi Meinolf Schönborn und seinem vorläufigen Insolvenzverwalter Frank Welsch ist es zum Zerwürfnis gekommen. Schönborn hatte sich offenbar nicht angemessen behandelt gefühlt und sich schriftlich bei Gericht beschwert. Daraufhin bat Welsch aus seinem Amt entlassen zu werden. Das Gericht hat jetzt dieser Bitte entsprochen und einen Nachfolger bestellt. Es handelt sich um den Bielefelder Anwalt Norbert Westhoff.
Zu dem Konflikt war es gekommen, als Welsch sich nach Abschluss der Inventarisierung weigerte, einschlägiges Material aus dem Fundus des 51-Jährigen, der in Herzebrock-Clarholz einen Versandhandel mit Neonazibedarf betreibt, verwerten zu lassen. Er habe nun mal völligandere politische Überzeugungen, daher beteilige er sich nicht an derartigen Geschäften, betonte der Gütersloher Anwalt gegenüber derNW.

Andererseits sei ein halbwegs objektives Verhältnis zwischen Insolvenzverwalter und Schuldner notwendig. Schließlich könne sich das Verfahren nach dem bisher noch geltenden Recht inklusive der Restschuld- Befreiungsphase über insgesamt sechs Jahre hinziehen, erläuterte Welsch.Da in diesem Fall beides nicht in Einklang zu bringen war und auch, um das Gericht von unnötiger Arbeit zu entlasten, habe er sich von dem Amt entbinden lassen.

Schönborns finanzielle Lage ist schon seit geraumer Zeit angespannt. Als er sich vor zwei Jahren wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz verantworten musste, schwankte sein Monatseinkommen zwischen 40 und 400 Euro. Ende Februar hatte er Insolvenz angemeldet.