GL: Weberei - Wapelbad-Spende zieht Streit nach sich (28.04.07)

Gütersloh (heva). Nach den Vorwürfen, die Weberei habe unter der Regie ihres früheren Trägervereins Sponsorengelder zweckentfremdet, will der neue Geschäftsführer der Einrichtung, Dieter Brinker, für „lückenlose Aufklärung“ sorgen. Die Pari- Sozial, die seit Anfang März Träger der Weberei ist, sei zu Unrecht in ein negatives Licht gerückt worden, sagte Brinker gestern. Ungeachtet dessen forderte Sponsor Matthias Markstedt, das Kulturzentrum künftig als städtischen Betrieb zu führen.
Von den 20 000 Euro, die Markstedt der Weberei im vergangenen Jahr für die Renovierung des Wapelbads überwiesen hat, seien nur 8000 Euro in die Einrichtung am Stadtrand geflossen, konkretisierte der Geschäftsführer des Gütersloher Photovoltaik-Unternehmens Energetik seine Vorwürfe. Die Summe gehe aus einer Tabelle hervor, deren Richtigkeit Bauleiter Jürgen Güth und zwei Architekten bezeugten.

Verantwortlich dafür ist nach Meinung von Matthias Markstedt die frühere Geschäftsführerin und jetzige Betriebsleiterin der Weberei, Dörte Roschinski. „Sie hat mir definitiv 12 000 Euro geklaut“, sagte Markstedt im Gespräch mit der „Glocke“. Roschinski sei für die Weberei „nicht mehr tragbar“. Die Vorgänge zeigten zudem, dass das Kulturzentrum künftig von der Stadt selbst geführt werden müsse. Zwar habe er Vertrauen in die Verantwortlichen der Pari-Sozial, sagte Markstedt, doch könnten auch sie „nicht zaubern“.

Dörte Roschinski äußerte sich bei einem Pressegespräch gestern nicht zu der Frage, ob die Weberei unter ihrer Leitung das von Markstedt vor der Überweisung des Sponsorengelds geforderte Sonderkonto eingerichtet hat. In der vorigen Woche hatte sie die Vorwürfe in einer schriftlichen Erklärung strikt zurückgewiesen.

Eine Antwort auf die Frage sollen die in der nächsten Woche beginnenden Nachforschungen bringen, wie Dieter Brinker erklärte. Alle Sponsoren hätten ein Recht, zu erfahren, wo ihr Geld bleibe, sagte Brinker, der gleichzeitig darum bat, zwischen altem und neuem Träger zu unterscheiden. Die Pari-Sozial leide unter den Vorwürfen, obwohl sie erst seit März für die Weberei verantwortlich sei.

Der städtische Kulturdezernent Andreas Kimpel berichtete unterdessen von Verhandlungen über einen neuen Zuwendungsvertrag für die Weberei. Darin werde ein Paradigmenwechsel festgeschrieben, kündigte er an. Künftig müsse die Einrichtung unter kulturpolitischen statt betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten gefördert werden. Die Weberei werde insofern verstärkt in das städtische Kulturangebot eingebunden.