NW: Kompromiss zur Bürgerbank geplatzt - Anlieger lehnen Vorschlag der Stadt-Stiftung ab (16.05.07)

Gütersloh (ai). Die Interessengemeinschaft (IG) Historischer Stadtkern lehnt den Vorschlag der Stadt-Stiftung ab, die Bürgerbank in zwei Teilen auf dem Alten Kirchplatz zu platzieren. Dies sei keine passende und überzeugende Lösung, so die IG in einem Schreiben an die Stiftung.
Damit ist der Kompromiss, auf den die Stadt-Stiftung gesetzt hatte, geplatzt. Ein für Freitag angesetzter Pressetermin, bei dem eigentlich eine Lösung präsentiert werden sollte, wurde von der Stiftung auf unbestimmte Zeit verschoben.

Wie berichtet, hatte die Stiftung nach Protesten gegen das 15 Meter lange Kunstwerk angeboten, die Bank zu teilen. Der Künstler habe „unter Schmerzen“ zugestimmt. An dem Standort hielt sie allerdings fest. Dazu die IG in ihrem Schreiben: „In unserer Haltung sehen wir uns weiterhin bestärkt durch weite Teile der Gütersloher Bevölkerung und vermuten, dass auf Dauer die Bürgerbank an diesem Standort eher trennend als verbindend zwischen Stadtstiftung und Bürgern wirkt.“

Man habe sich aber intensiv um einen fairen Dialog bemüht, versichern die Sprecher der IG, Hans Mertens und Uwe Becker. Die Verantwortung für die misslungene Kompromisslösung wolle die IG nicht tragen.

Doch auch die Stadt-Stiftung beteuert ihren Willen, doch noch zu einer Einigung zu kommen. Über die weitere Vorgehensweise wollte Geschäftsführer Michael Jacobi indes nichts sagen. Innerhalb der Stiftung werde das Thema jetzt weiter beraten. Da die Einwilligung des Grundstücksbesitzers, der evangelischen Kirchengemeinde, vorliegt, könnte die Stadt-Stiftung die Bank theoretisch ohne die Zustimmung der IG aufstellen.

Der benachbarte Kunstverein bleibt, ebenso wie die IG, bei seiner Meinung. Vorsitzender Friedrich-Wilhelm Schröder betonte im NW-Gespräch, dass er den Standort nach wie vor für ungeeignet halte. Er sehe es als für den Künstler unzumutbar an, sein Kunstwerk zu zersägen, zumal die nachträgliche Trennung des Materials für immer sichtbar bleibe.

IG-Sprecher Uwe Becker äußerte die Hoffnung, dass sich alle Beteiligten „auf Augenhöhe“ an einem runden Tisch zusammenfinden, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Es wäre sicher auch förderlich, wenn sich ein neutraler Vermittler und Moderator einschalte.