Von Gerrit Dinkels - Gütersloh (gl). Als Anfang März der Vorentwurf für das neue Theater vorgestellt wurde, war die Überschreitung des Kostenrahmens um 350 000 Euro ein Thema. Der Kommentar der Politik lautete eindeutig: Der veranschlagte Kostenrahmen von 19 Millionen Euro muss auf jeden Fall eingehalten werden.
Die Möglichkeiten, den Betrag von 350 000 Euro an anderer Stelle einzusparen, sind allerdings begrenzt. Nach Auffassung der zuständigen Dezernenten Josef E. Löhr (Bau) und Andreas Kimpel (Kultur) nach Rücksprache mit dem Architekten Jörg Friedrich ist das nur möglich, indem Abstriche an der Fassade vorgenommen werden. Die Budgetvorgabe könne nur eingehalten werden, „wenn für die bisher favorisierte Metallfassade eine kostengünstigere Alternative entwickelt wird, denn nur dieser Teilbereich der Baukonstruktion lässt Einsparmöglichkeiten zu“, heißt es in einer Vorlage für den Kulturausschuss (Donnerstag, 24. Mai, ab 17 Uhr im Ratssaal).
„Allerdings entfällt dadurch ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal und ein die Besonderheit des Bauwerks hervorhebendes Gestaltungselement“, merken die Dezernenten an. Form und Elemente seien die einprägsamen Elemente dieses Theatergebäudes. Die Überlegungen beschränken sich nur auf die drei geschlossenen Fassaden, die Glasfassade auf der Südseite ist davon nicht betroffen
Über eine alternative Lösung müsse der Architekt nachdenken, sagte Löhr der „Glocke“. Eine Putzfassade etwa sei billiger, habe aber einen höheren Unterhaltungsaufwand. Sie müsse möglicherweise nach acht bis neun Jahren gestrichen werden. Das sei bei der geplanten aluminiumveredelten Metallvorhangfassade nicht der Fall, der Unterhaltungsaufwand sei geringer. Löhr sagte, an anderer Stelle könne nicht gespart werden: „Alle anderen Bereiche sind ausgereizt.“ In der Sitzung des Kulturausschusses am 24. Mai will der Architekt erstmals ein Modell des neuen Theaters vorstellen.
Die Verwaltung prüft als Alternative zu einer Instandsetzung der vorhandenen Parkpalette auch den Neubau einer Parkpalette mit 340 Stellplätzen, die den Bedarf decken soll. Außerdem wird geprüft, ob „Bau und Betrieb“ einer solchen Einrichtung einem privaten Investor übertragen werden könnten.
Die Plattform-Fraktionen CDU und Grüne wollen zudem die Fusion der kaufmännischen und technischen Leitung für Theater und Stadthalle festzurren. Dazu haben sie einen Antrag formuliert, mit dem ein Beschluss des Finanzausschusses aus dem vorigen Jahr bestätigt werden solle. In der Juni-Sitzung des Hauptausschusses will der Erste Beigeordnete Dr. Klaus Wigginghaus den Kommunalpolitikern neue Kandidaten präsentieren.