GL: Stadt Stiftung - Ein eigener Fonds für Kunst und Kultur (22.05.07)

Von Gerrit Dinkels - Gütersloh (gl). Unter dem Dach der Stadt Stiftung wird nun auch ein Kulturfonds eingerichtet. Der gebürtige Gütersloher Dr. Joachim Bauer (69) stattet den nach ihm benannten Fonds mit einem Anfangsvermögen von 50 000 Euro aus. Wenn einmal der Erbfall eintritt, erhöht sich sich das Vermögen um einen siebenstelligen Betrag.
Eine entsprechende „Verfügung von Todes wegen“ haben der Jurist und das Vorstandsmitglied Dr. Gerd Wixforth kürzlich unterzeichnet. Der „Dr.-Joachim Bauer-Kulturfonds“ ist dann der größte zweckgebundene Fonds der Stiftung. Sein Ziel ist laut Satzung „die Förderung und Bewahrung von Kunst und Kultur in Gütersloh“. Das kann Ausstellungen, Konzerte und Theaterinszenierungen umfassen, aber auch den Erwerb von Kunstgegenständen für öffentliche Gebäude. Start: 1. Oktober.

„Gütersloh ist meine Heimat“, sagte Bauer, der seit 1970 in Düsseldorf lebt, gestern in der Stiftung. Der Vater Josef Bauer war von 1935 bis 1945 unter den Nationalsozialisten Bürgermeister der Stadt. Joachim Bauer baute 1957 sein Abitur am Evangelisch Stiftischen Gymnasium. 1967 startete er seine Karriere bei der Bezirksregierung in Detmold, bevor er 1970 ins Düsseldorfer Innenministerium wechselte. Später wurde er leitender Ministerialrat in der Staatskanzlei und Geschäftsführer des Landkreistags Nordrhein-Westfalen.

„Auch nach 50 Jahren fühle ich mich meiner Stadt verbunden“, erklärte Bauer. „Ich möchte hier nach meinem Tod mit meinem Vermögen Kunst und Kultur stiften.“ Daran werde immer zuerst gespart, wenn es im Stadtsäckel eng werde. Auch das neue Theater dürfe keine Hülse bleiben, dort müsse etwas stattfinden. „Ich habe nicht geerbt, sparsam gelebt und gut verdient“, sagte der 69- Jährige, der selbst keine Familie hat und schon seit Schulzeiten mit Wixforth befreundet ist.