WB: Integration: OWL wird Modellregion - NRW-Minister Laschet zu Besuch (22.05.07)

Gütersloh (mdel). 25 Prozent aller Einwohner in Ostwestfalen-Lippe haben ihre Wurzeln im Ausland. Aufgrund der Zuwanderung wird OWL im Jahr 2020 die jüngste Region in Deutschland sein. Um die darin liegenden Potentiale auszuschöpfen, soll sich OWL zur Modellregion für Integration und Vielfalt entwickeln. Der Startschuss ertönte gestern in der Gütersloher Stadthalle.
Auf Einladung der Stadt Gütersloh und der Bezirksregierung trafen sich Vertreter aus den Städten und Gemeinden zum ersten Integrationskongress. Die Grundsatzrede hielt der nordrhein-westfälische Familien- und Integra- tionsminister Armin Laschet, der für die Bemühungen in OWL nur lobende Worte fand. »Dass eine gesamte Region nach Lösungsansätzen sucht, das hat es noch nicht gegeben«, sagte Laschet.

Ausschreitungen in Pariser Vororten, überforderte Lehrer an der Rütli-Schule in Berlin -der NRW-Minister machte an zwei Beispielen deutlich, wie wichtig eine funktionierende Integration für die Gesellschaft ist. Der Ansatzpunkt sind die Kinder. Laschets Angaben zufolge haben 38 Prozent der Ein- bis Sechsjährigen in Nordrhein-Westfalen eine Zuwanderungsgeschichte. »Wir leben in einer älter werdenden Gesellschaft. In 20 Jahren werden diese Kinder das Land mit tragen«, erklärte der Minister. Problematisch werde es, wenn der Nachwuchs mit schlechten Deutschkenntnissen in die Schule kommen würde. Um die Kinder noch vor dem Eintritt in die Schule zu fördern, seien die Sprachtests eingeführt worden. Die damit verbundene Aufregung kann der Minister nicht nachvollziehen. »Manche Eltern haben ihre Kinder in Kommunionanzügen zum Test geschickt, es ist eine wahre Hysterie um den Test entstanden. Es scheint nichts Schlimmeres zu geben, als wenn Kinder gefördert werden«, meinte Laschet.

Zu einer gelungenen Integration gehört seiner Ansicht nach, dass die Religionen mit einbezogen werden. In Deutschland lebten drei Millionen Muslime, der Islam sei deshalb ein Teil der deutschen Gesellschaft. »Wir müssen das Verhältnis des Staates zu dieser Religionsgemeinschaft klären, ohne Schaum vor dem Mund.« Laschet kann sich auch islamischen Religionsunterricht an den Schulen vorstellen - unter der Voraussetzung, dass der Unterricht in deutscher Sprache und von in Deutschland ausgebildeten Lehrern durchgeführt wird.