Gütersloh (ram). Die Kritiker der Bürgerbank schöpfen neue Hoffnung. Anlass dazu gibt ein Ortstermin, zu dem die IG Historischer Stadtkern gestern Vertreter der Stadt sowie Baumschutzexperten eingeladen hatte, um ihren Kompromissvorschlag, Aufstellung der Bank auf dem Grünstreifen zwischen Gehweg und alter Kirchplatz, im Detail vorzustellen.
„Und das mit dem Ergebnis, dass die Stadt ihre Bedenken gegen die Aufstellung relativiert hat“, so Uwe Becker von der IG im Gespräch mit der NW. Becker: „Wir konnten deutlich machen, dass die Bank entgegen den Befürchtungen der Stadt nicht in den Gehweg hineinragt.“ Und der von der IG hinzugezogene Baumschutzexperte, Burkhard Walter, habe zudem gegenüber Roland Lütkemeyer, der die Bank aufstellen soll, deutlich machen können, dass es Möglichkeiten gebe, den Betonsockel so aufzustellen, dass die Baumwurzeln nicht – wie befürchtet – beeinträchtigt werden.
Wie am vergangenen Freitag berichtet, hatte die Stadt-Stiftung den von Architekt Friedrich-Wilhelm Schröder erarbeiteten Kompromissvorschlag zwar begrüßt, aber wegen der Bedenken der Stadt in Sachen Gehweg und Baumschutz als nicht umsetzbar bezeichnet und daher beschlossen, die Bank nun am Kopfende aufzustellen, wie von Anbeginn an vorgesehen. Becker: „Diese Gründe scheinen ja nun nicht mehr vorzuliegen. Wir sind gespannt, ob die Stadt-Stiftung nun auf unseren Vorschlag eingehen wird.“
Thomas Habig, Chef des städtischen Ordnungsamtes, bestätigte gestern die Angaben der IG. „Uns wurden gestern neue Varianten vorgestellt“, sagte Habig, der betonte: „Wenn der Gehweg, wie uns jetzt vorgestellt wurde, von der Bank nicht beeinträchtigt wird, dann spricht aus Sicht des Ordnungsamtes nichts dagegen die Bank an dieser Stelle aufzustellen.“ Ob dies aber geschehe, sei nicht Sache der Stadt, sondern der beteiligten Akteure.
Michael Jacobi, Geschäftsführer der Stadt-Stiftung, sagte dazu gestern auf Nachfrage: „Wir waren nicht eingeladen. Unsere Beschluss steht. Weiter habe ich nichts zu kommentieren.“
Erfreut zeigte sich indes Friedrich-Wilhelm Schröder. „Der Ortstermin hat nun gezeigt, dass unser Vorschlag wohl doch nicht ganz so dumm war.“ Nun werde sich zeigen, ob die Stadt-Stiftung guten Willens ist, diesem Kompromiss, der ein echter ist, zu folgen. Schröder: „Es bleibt spannend.“