GL: 97 Mitarbeiter betroffen - Möbelfirma Flötotto stellt zum zweiten Mal Insolvenzantrag (02.06.07)

Gütersloh (din). Nach 2002 hat der Friedrichsdorfer Möbelhersteller Flötotto am Freitag zum zweiten Mal Insolvenz angemeldet. Das zunächst scheinbar erfolgreich sanierte Unternehmen beschäftigt 97 Mitarbeiter im Werk an der Senner Straße sowie in Exklusivgeschäften in München, Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Gotha und Stuttgart. Flötotto zählt zu den bekanntesten deutschen Möbelmarken.
Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Norbert Küper ist das Unternehmen zahlungsunfähig. Produktion und Verkauf gingen vorerst weiter, sagte Küper, der sich am Freitag ein erstes Bild gemacht hatte, der „Glocke“. Übers Wochenende soll nun eine Inventur durchgeführt werden. Küper: „Wir wollen den Betrieb aufrechterhalten und schauen, ob wir ihn wieder flott kriegen.“ Überschuldet sei das Unternehmen offenbar nicht.

Die 1906 von Heinrich Flötotto gegründete Firma hat eine bewegte Geschichte hinter sich. 2002 musste der damalige Inhaber Reinhard Flötotto zum ersten Mal wegen mangelnder Liquidität den Gang zum Amtsgericht antreten. Kurz zuvor hatte er von der Paderborner Welle-Holding Geschäftsanteile zurückgekauft.

Der damalige vorläufige Insolvenzverwalter Frank Welsch stellte die Weichen für das Fortbestehen des Betriebs und gewann Anfang 2003 die Familie Ingrid und Hubertus Flötotto, Vetter von Reinhard Flötotto, als Investoren für die angeschlagene Traditionsmarke. „Ich bin fest entschlossen den Betrieb in den Griff zu kriegen und habe eine Familie, die dazu steht“, sagte damals der neue Eigentümer, zugleich geschäftsführender Gesellschafter einer Spanplattenfirma mit Werken in Arnsberg und Gotha/Thüringen.

Im Rahmen der Neuausrichtung wurden der Außendienst und das Filialkonzept überarbeitet mit Exklusivgeschäften und Ausstellungen zum Beispiel auf Schloß Dettingen in Horb am Neckar. Außerdem wurden die Fertigung und die Verwaltung am Standort Friedrichsdorf reorganisiert. Für Schlagzeilen sorgte 2003 der Streit mit dem Gütersloher Möbelunternehmer Norbert Wöstmann, der sich nach der Insolvenz den Markennamen sichern wollte.

Flötotto vertreibt Möbel ausschließlich über den Katalog, die Exklusivgeschäfte und das Internet. Ziel war es, sich als Hersteller und Direktvermarkter hochwertiger Einrichtungssysteme für den Wohn-, Büro, und Objektbereich zu positionieren. Seit Anfang 2005 ist der gegenwärtige Gesch äftsführer Hans-Joachim Boberg an Bord.