NW: „Das muss schneller gehen“ - Geplanter Umbau der Münsterstraße sorgt bei Anliegern für Skepsis (02.06.07)

Gütersloh (rb). „Das reißt einen nicht vom Hocker“, hieß es. Oder: „So ganz doll ist das nicht.“ Die Begeisterung für die städtischen Umbaupläne der Münsterstraße, die der BfGT-Vorsitzende Nobby Morkes am Donnerstagabend Anliegern vorstellte, hielt sich in Grenzen.
Morkes hatte zu der kleinen, von einem Dutzend Anwohnern und anderen Interessierten besuchten Präsentation im „Weinhaus“ an der Daltropstraße eingeladen, weil bei den vom Umbau direkt Betroffenen „Skepsis“ aufgekommen sei. Statt schon vorher mit den Leuten zu reden, hätten diese von der anstehenden Maßnahme erst aus der Zeitung (siehe NW vom 25. Mai) erfahren. Das sei bedauerlich, so der Ratsherr.

Zwar seien noch offizielle Anwohnerversammlungen und -gespräche vorgesehen, räumte Morkes ein. Doch die könnten sich als (zu) spät erweisen. Denn die Hauptkritik entzündete sich an der einjährigen Dauer der Maßnahme und an dem vermutlichen Beginn schon im Herbst. „Es kann nicht sein, dass der Ausbau dieses kleinen Stückes ein Jahr dauert“, sagte etwa der frühere langjährige Einzelhandelsverbandsvorsitzende Albrecht Diekötter. Und während des Weihnachtsgeschäftes gehe das schon gar nicht. Die Sache könne und müsse von März bis Oktober über die Bühne gehen.

Diskutiert wurde auch über den Bodenbelag auf Bürgersteig und Straße. Die Ausschussmehrheit favorisiert laut Morkes rote Klinker auf dem Gehweg- und eine graue Pflasterung der Fahrbahn, weil man sie anderen Innenstadtrouten „kosmetisch angleichen“ wolle. Die Verwaltung freilich sei durchaus für eine Asphaltierung. Diese sei billiger (38 statt 68 Euro pro Quadratmeter) und könne die Baudauer erheblich verkürzen.

Im übrigen erfordere eine Pflasterung die Vollsperrung der Straße, während bei Asphaltierung ein Streifen befahrbar bleiben könne. Jemand wies auch auf lautere Fahrgeräusche auf Klinkergrund hin.

„Wir wollen daraus kein Politikum machen, sondern informieren“, begründete Nobby Morkes die Initiative der BfGT. So habe man es seinerzeit auch an der Herzebrocker Straße gehalten. Dort hätten Anwohner damals eine Interessengemeinschaft gebildet und ihre Wünsche mit Verwaltung und Bauleitung abgestimmt, womit hinterher alle „sehr zufrieden“ gewesen seien.

Ähnliches berichtete Albrecht Diekötter über die Berliner Straße. Beide empfahlen dringend, eine IG Münsterstraße zu gründen und alsbald das Gespräch mit Politik und dem zuständigen Fachbereich zu suchen. Morkes: „Die Verwaltung mauert ja nicht.“