Von Michael Delker - Gütersloh (WB). Der Streit um die 20 000 Euro-Spende für den Wapelbad-Pavillon spitzt sich zu. Der neue Träger der Weberei, die PariSozial gGmbH, forderte Energetik-Chef Matthias Markstedt gestern auf, seine Untreuevorwürfe öffentlich zurückzunehmen.
PariSozial-Geschäftsführer Dieter Brinker präsentierte erstmals Zahlen, nachdem Markstedt vor einigen Wochen die Vermutung geäußert hatte, die zweckgebundene Spende seiner Firma Energetik in Höhe von 20 000 Euro sei für das laufende Geschäft der Weberei verwendet worden. Nach Angaben von Brinker sind seit der Spendenübergabe am 23. August 2006 Investitionen in Höhe von mehr als 11 000 Euro in den Bau des Pavillons geflossen. Die Aufstellung sei vom Steuerberatungsbüro Grams & Partner (Bielefeld) angefertigt und auch testiert worden. Weitere 5500 Euro habe der frühere Trägerverein der Weberei investiert. Das Geld sei für Material und Löhne verwendet worden »Die restliche Summe ist gemeinsam mit dem übrigen Vereinsvermögen aufgrund des Insolvenzantrages in die Insolvenzmasse übergegangen. Dies ist aus Sicht der PariSozial gGmbH sehr bedauerlich, aber nicht von ihr zu verantworten«, erklärt Brinker. Die Behauptungen von Matthias Markstedt, der von »Zweckentfremdung« und »Diebstahl« öffentlich gesprochen hatte, seien haltlos.
»Von Aufklärung zu sprechen, ist ein Witz«, hält der Energetik-Chef dagegen. Lohnkosten seien niemals Bestandteil der Spende gewesen. In einem zweiseitigen Schreiben habe er der PariSozial gGmbH 20 Positionen mit Dingen genannt, die von der Spende angeschafft werden sollten. Größter Posten sei ein Fettabscheider im Wert von 7000 Euro gewesen. »Bei der Übernahme des Wapelbades haben wir diesen nicht vorgefunden. Herr Brinker soll mir die testierte Aufstellung zuschicken, und dann werden die Positionen miteinander vergleichen«, denkt Markstedt derzeit gar nicht daran, seine Vorwürfe zurückzunehmen. Bürgermeisterin Maria Unger bat den Energetik-Chef in der vergangenen Woche zu einem Vermittlungsgespräch ins Rathaus, doch dieses Angebot schlug er aus. »Da gibt es nichts zu vermitteln. Ich möchte wissen, wo mein Geld geblieben ist. Die Bürgermeisterin ist doch gar nicht im Bilde, da ist ein Gespräch reine Zeitverschwendung«, meint Markstedt.