NW: Rotes Licht für City-Bus - Stadtwerke: Nachteile überwiegen (06.06.07)

Gütersloh (raho). Wegen der hohen zusätzlichen Betriebskosten stehen die Stadtwerke Gütersloh (SWG) der Einführung eines sogenannten City-Busses, der im Zehn-Minuten-Takt nur die Innenstadt bedient, skeptisch gegenüber. Das Angebot würde pro Jahr mindestens 400.000 Euro kosten, ohne dass Einsparungen im normalen Busverkehr zu erzielen wären.
Die Stadtwerke hatten genauere Untersuchungen angestellt, nachdem SPD und FDP im Zuge der Diskussion über das neue SWG-Linienkonzept die Prüfung des City-Busses angeregt hatten. Wie berichtet, wollen die Stadtwerke ab Oktober ihr Angebot ausweiten, Takte verdichten und die Abfahrtszeiten der Busse besser auf den weiterführenden Nahverkehr und die Bahn abstimmen.

Bereits 1995 war die Einführung einer City-Bus-Linie intensiv untersucht worden. Auch damals wurde wegen des hohen finanziellen Aufwands von einen ursprünglich vorgesehenen Probebetrieb wieder Abstand genommen. Freilich war damals das Angebot als Ergänzung gedacht. Jetzt ist beabsichtigt, einige Innenstadtstraßen vom normalen Busverkehr zu entlasten.

Der Berliner Platz, die Münsterstraße, die Blessenstätte und die Kirchstraße würden in dieser Hinsicht von dem City-Bus durchaus profitieren, so die Stadtwerke. Allerdings käme es gleichzeitig zu zusätzlichen Belastungen auf anderen Straßen. Und außerdem würden wichtige Haltestellen wie an der Spiekergasse oder am Alten Kirchplatz für die normalen Linien entfallen. Ein schwerer Nachteil aus Sicht der Stadtwerke: Denn das würde zu längeren Fußwegen führen, ein Umsteigen erforderlich machen und daher wohl auf wenig Akzeptanz bei den Kunden stoßen.

Die Stadtwerke schlagen dem Planungsausschuss, der sich am Donnerstag, 14. Juni, erneut mit dem Thema befasst, folgende Lösung vor: Zunächst soll im kommenden Herbst nur das neue Linienkonzept umgesetzt werden. Parallel dazu sollten weitere Überlegungen zum City-Bus angestellt werden, insbesondere was die Finanzierung angeht.