NW: ESG hat Interesse an städtischem Gebäude - Daltropstraße 7 ist für Erweiterung im Gespräch (16.08.07)

Gütersloh (ai). Das Evangelisch Stiftische Gymnasium (ESG) hat Interesse an dem städtischen Gebäude Daltropstraße 7 signalisiert. Das nach dem Auszug des Vereins „Mama Mia“ teilweise leer stehende Haus soll gekauft oder aber gegen Grundstücke getauscht werden, die noch im Besitz des ESG sind.
Dr. Ulrich Engelen, Schulleiter und Geschäftsführer des Kuratoriums, hatte bereits im vergangenen Jahr auf den dringenden Raumbedarf des ESG hingewiesen. Raumbedarf, der vor allem durch das neue Unterrichtsangebot in den Nachmittagsstunden entstanden ist. Engelen sagte im NW-Gespräch, dass es an Arbeitsräumen für Schüler mangele und auch die Lehrer schon viel zu lange auf engstem Raum zusammenrücken müssten. Das schräg gegenüber der Mediothek gelegene Gebäude wäre von der Lage her für eine Erweiterung ideal. Was dort konkret untergebracht werden soll, sagte Engelen nicht. Man habe im Kuratorium strengstes Stillschweigen vereinbart. „Das Kuratorium bemüht sich mit allen Kräften, Möglichkeiten der Erweiterung zu finden“, sagte Engelen.

Ein Bemühen, dass bei den Fraktionen mehrheitlich auf Verständnis stößt. Im Grundstücksausschuss wurde allseitig Wohlwollen signalisiert. Die Verwaltung soll nun, wie Stadtbaurat Josef E. Löhr bestätigte, nach „geeigneten Lösungen“ suchen. Mit dieser diplomatischen Formulierung ist möglicherweise auch die Suche nach neuen Wirkungsmöglichkeiten der städtischen Mitarbeiter gemeint. Denn noch sind Teile des Fachbereichs Jugend in dem zweistöckigen Gebäude untergebracht. Dem Vernehmen nach könnten die Mitarbeiter in die Räumlichkeiten an der Eickhoffstraße, wo bereits der Fachbereich Umwelt angesiedelt ist, umziehen. Doch entschieden ist noch nichts.

Es wäre nicht das erste Mal, dass das ESG mit der Stadt einen für beide Seiten vorteilhaften Immobilienhandel abschließt. Nach Schließung des Alumnats an der Kirchstraße im Jahre 1981 wurde die Immobilie nicht verkauft, sondern getauscht, zunächst gegen den Rieger-Park an der Bultmannstraße, der sich in städtischem Besitz befand. Um 1990 beschlossen die Stadtwerke, ihr Gelände an der Daltrop-/Herzebrocker Straße zu verlassen und an den Stadtrand zu ziehen. Daraufhin wurde dieses Gelände gegen den Rieger-Park getauscht und dem Schulgrundstück zugeschlagen. In den Folgejahren entstanden auf dem ehemaligen SWG-Gelände ein neuer Unterrichstrakt, der Sportplatz und die Sporthalle.