VON LUDGER OSTERKAMP - Gütersloh. Um den Vandalismus auf Schulhöfen einzudämmen, will die Stadt Gütersloh Videokameras installieren. Das hat jetzt Klaus-Detlef Zumwinkel, Leiter des Fachbereiches Schule, mitgeteilt. Die Kameras sollen an jenen Schulen hängen, die besonders häufig von Sachbeschädigungen betroffen seien.
Zumwinkel sagte, dass der Fachbereich Hochbau derzeit die Kosten für die Überwachung ermittelt. Die Kameras sollen nicht zu Schulzeiten filmen, sondern abends und nachts – dann, wenn Schulhöfe zum Treffpunkt von Jugendlichen werden, die es mit dem Umgang mit städtischem Eigentum nicht immer so genau nähmen.
„Wir wollen das Vandalismus-Problem in Gütersloh nicht größer reden, als es ist, aber wir versprechen uns von dem Kameras einen deutlichen Abschreckungseffekt“, sagte Zumwinkel.
Rechtlich ist die Stadt auf der sicheren Seite. Das Landesdatenschutzgesetz, Paragraf 29b, besagt, dass die Stadt öffentliche Einrichtungen, in denen sie das Hausrecht ausübt, elektronisch überwachen und die Aufnahmen auch speichern darf. Ausgenommen sind öffentliche Wege, etwa, so Beispiele Zumwinkels, die Dalkepättken am Schulzentrum Ost oder die Wege am Städtischen Gymnasium.
Zumwinkel sprach von „drei bis fünf Schulen“, die für eine Überwachung in Frage kämen. Welche, werde noch bekanntgegeben. Es handele sich um Schulen, die in einem schwierigen sozialen Umfeld lägen und oft in Wohnvierteln, in denen es an alternativen Treffpunkten für Jugendliche mangele. „Wir werden, wenn es soweit ist, da kein Geheimnis draus machen, die Leute sollen ruhig wissen, dass dort Kameras hängen. Wir werden auch Hinweisschilder aufstellen.“ Kameras und Schilder würden in Absprache mit der Schulleitung positioniert.
Geplant sei, die Filme nur für kurze Zeit aufzubewahren. Zumwinkel: „Wenn nichts beschädigt wurde und man kein Beweismaterial braucht, werden die Aufnahmen nach einigen Tagen wieder überspielt. Wir wollen kein Archiv anlegen.“
Die Stadt Gütersloh wäre im Kreisgebiet nicht die erste, die Schulhöfe überwacht. In Harsewinkel, so berichtet der dortige Leiter des Fachbereichs Bau, Reinhard Pawel, mache man seit einigen Monate gute Erfahrungen damit. „Wir haben so gut wie keine Randale mehr.“ Auch Rietberg beabsichtigt, binnen der nächsten Wochen sein Schulzentrum in Neuenkirchen mit Kameras auszustatten. Laut Schulamtsleiter Hermann Lütkebohle stellt der Etat der Stadt dafür 25.000 Euro bereit.
In Harsewinkel, sagt Stadtplaner Pawel, habe sich die Überwachung bewährt. Die Begleichung der Vandalismusschäden sei um ein Vielfaches teurer als die Kosten für die Kameras gewesen. Auf ein Argument der Kritiker, mit Videoüberwachung werde das Problem nicht behoben, sondern nur an einen anderen Ort verlagert, sagte Pawel: „Das haben wir in Harsewinkel bislang nicht festgestellt.“