Gütersloh (ai). Seit sieben Jahren überlegt die Stadt, ob sie ihre Parkhäuser und Tiefgarage verkaufen, verpachten oder behalten will. Zuletzt standen die Zeichen auf Verkauf, zumal unerwartet lukrative Offerten privater Betreiber im Rathaus eingingen. Als erste Fraktion macht nun die BfGT einen Rückzieher. Sie meint, die Parkhäuser ließen sich gewinnbringend betreiben.
Habe es zuvor stets geheißen, die Parkeinrichtungen seien Zuschussbetriebe, würden die neuesten Aussagen und Berechnungen der Verwaltungen nicht unerhebliche Gewinne ausweisen. „Die sind bei entsprechender Optimierung sogar um eine Mehrfaches zu steigern“, so Fraktionsvorsitzender Norbert Morkes. Deshalb sollte noch einmal über die Möglichkeit der Verpachtung nachgedacht werden, zumal die Stadt dann stärker Einfluss auf Tarife und Öffnungszeiten nehmen könnte.
Wie berichtet, hat einer der Marktführer in Deutschland, die Contipark International mit Sitz in Berlin, das bislang höchste Kaufgebot von bis zu elf Millionen Euro abgegeben, sofern sie bei der Tarifgestaltung freie Hand hat.
Der Einzelhandelsverband Ostwestfalen-Lippe hat nun ebenfalls Interesse signalisiert, aber noch kein konkretes Angebot abgegeben. Sprecher Jörg Beyer ließ allerdings keinen Zweifel daran, dass dies nicht in der Größenordnung des Conti-Angebots liegen werde. „Das ist für uns völlig unrealistisch.“ Um inklusive der fälligen Investitionen in die zum Teil reparaturbedürftigen Einrichtungen noch Gewinn zu erwirtschaften, müsse man kräftig an der Preisschraube drehen. Und dies sei wahrlich nicht im Interesse des Einzelhandels. Der Verband führt in Bielefeld vier gut frequentierte Parkhäuser, nach Aussage von Beyer mit bis zu 50 Prozent niedrigeren Parkgebühren als private Anbieter.
Sein Verband will bis zur kommenden Sitzung des Grundstücksausschusses im September eine Entscheidung fällen, ob und welches Angebot er macht. Dann kann die Diskussion in die nächste Runde gehen.