NW: Die geheime Kür des Kandidaten (18.08.07)

Gütersloh (ai). Dreimal ist die Stadt bei der Suche nach einem Geschäftsführer von Stadthalle und Theater gescheitert. Eine vierte, zumal öffentlich diskutierte Panne will sie offenbar um jeden Preis vermeiden.
„Wir sondieren nach allen Richtungen, arbeiten mit Hochdruck“, sagte Kulturdezernent Andreas Kimpel am Mittwoch im NW-Gespräch. Zu diesem Zeitpunkt hatte aber eine von ihm präsentierte 42-jährige Bewerberin bereits Gespräche mit allen Fraktionsvorsitzenden hinter sich. Die konnten sich zwar einen ersten persönlichen Eindruck verschaffen, Qualifikationen und Referenzen aber nicht genauer studieren. Die Bewerbungsunterlagen wurden für einen Blick geöffnet, aber nicht zum Mitnehmen freigegeben. Die Mitglieder der Fraktionen mussten sich daher mit der mündlichen Schilderung ihrer Vorsitzenden begnügen.

Ein Procedere, das in einem Bewerbungsverfahren für eine derartige Schlüsselposition in Gütersloh wohl einmalig sein dürfte. Schriftliche Bitten um Zustellung der Unterlagen wurde mit Hinweis auf den Schutz der Bewerberin ebenfalls nicht entsprochen.

Auf Nachfrage der NW erklärte BfGT-Fraktionsvorsitzender Norbert Morkes: „Ich empfinde das Verfahren als ausgesprochen undurchsichtig.“ Andere Fraktionsvorsitzende pflichteten ihm bei, wollten offiziell zu „diesem heiklen Verfahren“ keinen Kommentar abgeben. Es wurde aber auch Verständnis dafür geäußert, dass das Verfahren mit äußerster Diskretion gehandhabt werde.

Am Dienstag stellt sich die Bewerberin allen Fraktionsvorsitzenden nochmal vor. Sollte man mehrheitlich Gefallen an ihr finden, wird das offizielle Bewerbungsverfahren eingeleitet.