NW:: „Autobahn entlastet Friedrichsdorf“ - Gegner der Ortsumgehung überreichen Unterschriften (24.08.07)

Gütersloh (raho). Wie vor gut 20 Jahren könnte Friedrichsdorf jetzt erneut eine Zerreißprobe bevorstehen. Wieder droht das Thema Ortsumgehung das Dorf zu spalten. „Man spürt deutlich, dass die Spannungen wachsen“, sagt Karl-Ludwig Sudhölter.
Der Vollerwerbslandwirt ist strikt gegen den damals aufgrund der Bürgerproteste ad acta gelegten Neubau. Und nachdem vor einigen Wochen die Befürworter der Straße im Rathaus Unterschriften überreichten, waren gestern die Gegner zu Gast bei Bürgermeisterin Maria Unger, um Listen abzugeben und Verwaltung und Politik „zum Umdenken zu bewegen“, wie ihr Sprecher Karl-Otto Reker erklärte.

Vergleichsweise wenig Unterschriften hatten die Gesandten aus Friedrichsdorf – dazu gehörten auch Maria Wullengerd und der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes, Arndt Schulte auf’m Erley – mitgebracht. Gefragt hatten sie allerdings auch ausschließlich die Eigentümer, Mieter und Pächter der unmittelbar von dem Bau betroffenen Grundstücke. Unterschrieben hätten alle.

Laut Wullengerd sehen die Landwirte ihre Existenz in Gefahr. Zwar meinten viele im Ort, die Bauern bekämen „Millionen an Entschädigung“, doch das sei eine irrige Annahme. „3,20 Euro pro Quadratmeter werden uns geboten. Dafür kann ich keine Ersatzfläche kaufen“, sagte Sudhölter, der die neue Straße schlicht für überflüssig hält.

Durch den Neubau der A 33 werde der Verkehr im Ort eher ab- als zunehmen. Das zeige sich auch jeden Tag in Dissen, wo man auf der neu gebauten Ortsumgehung Fußball spielen könne. Es bestehe die Gefahr, dass jetzt in Friedrichsdorf der gleiche Fehler gemacht werden, eine Straße zu bauen, die nicht mehr benötigt werde, wenn die Autobahn fertig sei.

Reker appellierte an die Verantwortlichen der Stadt, den Umweltgedanken mehr in den Vordergrund zu rücken. Schließlich würden mit dem Straßenbau riesige Landschaftsflächen versiegelt. „So etwas sollte nur geschehen, wenn es der Allgemeinheit wirklich nutzt. Das ist uns in diesem Fall jedoch nicht klar.“ Vielmehr sollte mit kostengünstigen Mitteln versucht werden, die vorhandenen Straßen für den Durchgangsverkehr unattraktiv zu machen.