WB: Kreis will die Elternbeiträge stabil halten - Kindergärten: Kommunen sollen zahlen (25.08.07)

Von Oliver Horst - Kreis Gütersloh (WB). Die Elternbeiträge für die Kindergartenbetreuung sollen über dieses Jahr hinaus kreisweit stabil bleiben: Mehrbelastungen bei den Betriebskosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro durch Umverteilungen auf Landesebene sollen die Kommunen über die Jugendamtsumlage tragen. Diese Pläne stellte die Kreisverwaltung am Donnerstag bei der Bürgermeisterkonferenz vor.
Das vor der Verabschiedung stehende Kinderbildungsgesetz (Kibiz) soll zum nächsten Kindergartenjahr im Sommer 2008 einige Veränderungen bringen und besonders die Betreuung Zweijähriger forcieren. Geplant ist die Staffelung von Betreuungskontingenten mit 25, 35 oder 45 Stunden wöchentlich, was heute schon Realität ist. Zudem sollen drei Gruppentypen, die sich in der Alterszusammensetzung unterscheiden, als reguläre Angebotsformen in den Tageseinrichtungen etabliert werden. Neben der heutigen Regelung mit 25 Drei- bis Sechsjährigen sollen Gruppen für 20 Zwei- bis Sechsjährige und zehn Kinder zwischen dem dritten Monat und drei Jahren Standard werden. »Tendentiell wird die Gruppe der Zwei- bis Sechsjährigen das Modell der Zukunft sein«, sagt Kreisjugendamtsleiter Lothar Busche im Gespräch mit dem WB.

Weil das Land bei der Kindergartenfinanzierung umschichtet, Geld für den Aufbau von Familienzentren und die Sprachförderung bereitstellt, rechnet der Kreis bei den Betriebskosten ab 2008 mit einer Lücke von 1,3 Millionen Euro. »Unser Anliegen ist es, die Eltern möglichst nicht über das heutige Maß hinaus zu belasten und die Elternbeiträge auf dem aktuellen Stand zu halten«, erklärt Busche. Deshalb habe die Kreisverwaltung den Bürgermeistern vorgeschlagen, diese Summe über die Jugendamtsumlage von allen beteiligten Kommunen finanzieren zu lassen. Dieses Vorhaben werde auch dem Jugendhilfeausschuss in der nächsten Sitzung vorgelegt.

»Wir möchten den Eltern bei den Anmeldwochen im Januar Klarheit über die Angebote und Kosten bieten«, sagt Busche. Das 25-Wochenstunden-Kontingent als Basisangebot, das derzeit von jedem zweiten Kind genutzt werde, soll die Eltern Êkünftig genauso viel kosten wie die Kindergartenbetreuung heute. Das sind - gestaffelt nach Einkommenshöhe - zwischen null und 151 Euro im Monat. »Für das 35-Stunden-Kontingent, also einer Betreuung mit zusätzlich zwei Stunden am Nachmittag, schlagen wir einen Zuschlag von zehn Prozent vor«, sagt Busche. Die 45-Stunden-Betreuung solle so abgerechnet werden wie derzeit das vergleichbare Übermittag-Angebot mit Zuschlägen von bis zu 84 Euro. Mit bis zu 313 Euro im Monat solle weiterhin die ganztägige Betreuung unter Dreijähriger zu Buche schlagen.

»Unser Ziel ist es, bis zum Kindergartenjahr 2010 die Zahl der Plätze für unter dreijährige Kinder von derzeit vier auf dann 20 Prozent auszubauen«, sagt Lothar Busche. Auf diesem Weg helfe auch das Vorziehen des Einschulungsstichtages.