Kreis Gütersloh (pb). Der CDU-Kreisverband war im vergangenen Jahr der einzige in NRW mit positiver Mitglieder-Entwicklung. Um die Parteifreunde zu aktivieren, führte der Vorstand nun eine Mitgliederbefragung durch. Deren Ergebnisse stellten Kreisvorsitzender Ludger Kaup und Geschäftsführer Hubert Kleinemeier gestern der Presse vor.
Am 18. Mai wurden die Fragebogen allen Mitgliedern zugesandt, Abgabeschluss war am 20. Juni. Die Antworten waren offen oder anonym möglich, 25 Prozent der Beteiligten machten von letzterem Gebrauch. Im Sommer wurden die Ergebnisse ausgewertet und im Kreisvorstand diskutiert.
Die Beteiligungsquote von rund 10 Prozent (etwa 400 Mitglieder) liegt, so Kaup, „im üblichen Rahmen“ derartiger Erhebungen. Fast alle Teilnehmer (mehr jüngere als ältere) haben Interesse an Infos, Veranstaltungen und Arbeitskreisen zu verschiedenen Politikfeldern bekundet. Dazu gab es (Mehrfachnennungen waren möglich) 2.500 Nennungen.
Die Mitglieder beurteilten ihre Partei bei der Befragung, die sich an Schulnoten orientierte, besonders als wirtschafts- und mittelstandsfreundlich. Die Eigenschaften „modern und weltoffen“, „sozial“ und „umweltbewusst“ rangierten weiter hinten. Trotz allem nahm das Thema „Umwelt und Energie“ einen Spitzenplatz ein. Die Noten lagen zwischen 2,01 und 2,8. Kaup: „In der Schule wäre das eine knappe 2.“
Ein Viertel der Teilnehmer will die Partei mit Kenntnissen und Fähigkeiten unterstützen, zum Beispiel durch Vorträge, Prospektverteilung und Organisationsunterstützung. 40 Prozent äußerten sich zur politischen Arbeit und kritisierten etwa die Bundesregierung oder wünschten mehr innerparteiliche Mitsprache, zum Beispiel bei der Kandidatenaufstellung.
Folgerungen aus der Umfrage: Der CDU-Kreisvorstand errichtet einen Arbeitskreis „Integration“, dessen Vorsitz Ingrid Hollenhorst aus Spexard übernimmt. Die Interessenbekundungen, Anregungen und Kritikpunkte werden vom Kreisvorstand aufgenommen und „abgearbeitet“. Ludger Kaup: „Da werden wir uns Mühe geben.“ Und: In zwei bis drei Jahren wird der CDU-Kreisverband, der auch hier Vorreiter in NRW ist, eine zweite Mitgliederbefragung durchführen.