VON LUDGER OSTERKAMP - Gütersloh. Präsenz ist gefragt. Wenn es darum geht, Vandalismus und andere Straftaten zu verhindern, sind Kontrollen das erste Mittel der Wahl. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Sicherheitsrates der Stadt Gütersloh hervor. Polizei und Ordnungsamt ziehen daraus den Schluss, dass sie ihre Kontrollen in Zukunft verschärfen wollen.
Im Bericht an die Politiker im heutigen Hauptausschuss teilt die Stadt daher mit, dass sie beabsichtigt, die Zahl der Honorarkräfte zu verdoppeln. Neben Eduard Dyk und Ulrich Lindel, die seit Juli 2006 vor allem Schulhöfe und Grünanlagen kontrollieren, sollen zwei weitere Kräfte eingestellt werden. „Bei der Auswahl der Mitarbeiter wird Wert auf eine hohe Kommunikations- und Konfliktfähigkeit sowie entsprechendes Durchsetzungsvermögen gelegt“, so die Stadt. „Keinesfalls soll der Eindruck sogenannter ’schwarzer Sheriffs“ gewonnen werden.“ Dyk, früher bei der Post, und Linder, früher Polizist, sind in Strategien der Deeskalation geschult worden; sie werden mit einem Einsatzplan ausgerüstet, der wöchentlich wechselt.
Verstärkte Kontrollen kündigt die Stadt zum Beispiel auf Festen und in Gaststätten an. Die Honorarkräfte sollen darauf hinwirken, dass die Wirte den Jugendschutz beachten und keinen Alkohol an Kinder und Jugendliche ausschenken. Auch die Polizei beteiligt sich an diesen Kontrollen, sagte Polizeisprecher Karl-Heinz Stehrenberg. Um schwarze Schafe in der Branche zu erwischen, suchten die Beamten die Gaststätten in Zivil auf. Zudem plane das Kommissariat Vorbeugung in Kürze eine Aufklärungskampagne gegen frühes Rauchen; die Polizei wolle die Einzelhändler und Kioske dazu anhalten, keine Tabakwaren mehr an Menschen unter 18 Jahren zu verkaufen.
Dass Kontrollen wirksam sind, geht aus dem Bericht des Sicherheitsrates hervor. Vor allem bei Volksfesten (Schützenfeste, Feuerwehrfeste, Kirmes, etc.) sei das offenkundig: Seit der Bezirks- und Schwerpunktdienst der Polizeiinspektion Gütersloh erstmals während der gesamten Zeit dort präsent ist, habe die Zahl der Straftaten abgenommen. Weniger Körperverletzungen, weniger Fahrraddiebstähle, weniger Autoaufbrüche, dazu ein gesteigertes Sicherheitsgefühl der Festbesucher – der Erfolg dieser Maßnahme in diesem Jahr sei umfassend.
Auch sei es gelungen, den Alkoholkonsum von Jugendlichen bei diesen Veranstaltungen einzudämmen – einerseits durch Hinweise an die Festwirte, andererseits durch das Beharren auf Sperrzeiten. „Flat-Rate-Partys“ (Freies Trinken gegen einmaligen Eintritt) seien laut Bericht ohnehin untersagt worden. Sofern bei Jugendlichen Fusel gefunden wurde – manche hatten sich Depots angelegt – sei er konfisziert und vernichtet worden.
Als problematisch stellt der Bericht des Sicherheitsrates hingegen das Feiern und Trinken auf Schulhöfen und Spielplätzen heraus. Jugendgruppen, so der Befund, machen diese Plätze abends und nachts weiterhin zur Partyzone – mit Alkohol, lauter Musik und am Ende vermüllten Anlagen.
Im Jahr 2006 seien in derartigen Fällen 197 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden; bis Juli 2007 waren es bereits wieder 125. Je nach Umfang der Ordnungswidrigkeit war ein Verwarngeld von 10 bis 35 Euro fällig; bei wiederholten Verstößen auch bis zu 200 Euro. Ganz Uneinsichtige – davon gab es vier – zahlten das Bußgeld erst, nachdem sie eine Erzwingungshaft abgesessen hatten.
Besserung verspricht sich der Sicherheitsrat von den beiden zusätzlichen Honorarkräften sowie der geplanten Videoüberwachung von Schulhöfen außerhalb der Unterrichtszeiten (vgl. NW vom 17.8.). Geplant ist ferner, sämtliche Spiel- und Bolzplätze im Stadtgebiet zu nummerieren. Im Not- oder Störfall brauche der Besucher dann nur die auf den Schildern angegebene Nummer durchzugeben. Das gehe schneller, auch für Rettungskräfte und Polizei.