WB: CDU fordert mehr Zentren für Familien - Kreis soll 450 000 Euro investieren (18.10.07)

Kreis Gütersloh (WB). Nach Initiierung der Familienzentren des Kreises Gütersloh hat die CDU-Kreistagsfraktion in Sachen Familienfreundlichkeit einen weiteren Schritt nach vorne getan: Sie hat den Antrag gestellt, dass es in Zukunft in allen Kommunen des Kreises ein Familienzentrum nach dem Kreis-Modell geben soll.
Anders als die Zentren nach dem Modell des Landes, das lediglich eine Kinderbetreuung vorsieht, sollen die Familienzentren der Kommunen iim Kreis alle Generationen mit einbeziehen. »Wir wollen, dass den Menschen in allen Städten und Gemeinden die besonderen Vorteile unserer Familienzentren zugute kommen«, erklärt Ludger Kaup, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion. »Unsere Familienzentren sind Anlaufstationen für alle Familien und alle Generationen. Hier gibt es offene Treffs für Kinder, Mütter, Väter und Senioren. Die Familienzentren sindÊ Infobörse, Beratungszentrum und Senioren-Informationsdienst. Sie fungieren als Freiwilligenzentrale zur Vermittlung von ehrenamtlicher Arbeit und als Generationennetzwerk.«

Der Antrag, den die CDU-Kreistagsfraktion für die Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 30. Oktober gestellt hat, geht aber noch weiter: »Wir planen, dass in den Familienzentren auch ein Begrüßungsdienst für Neugeborene untergebracht wird«, freut sich Elisabeth Buschsieweke, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion. »Junge Eltern bekommen damit zusätzliche Informationen undÊ Unterstützung direkt nach Hause. Und das von qualifiziertem Personal: Der Begrüßungsdienst soll von Kinderkrankenschwestern, Hebammen oder Sozialpädagogen wahrgenommen werden.«

Mit ihrem Antrag will die Fraktion sicherstellen, dass der Kreis weiter in Familienfreundlichkeit investiert. Denn die Finanzierung der vier vom Kreis bereits mit insgesamt 80 000 Euro im Jahr geförderten Zentren in Rheda-Wiedenbrück, Harsewinkel, Steinhagen und Rietberg laufe nach der Projektphase Ende dieses Jahres aus. »Um den Bestand zu sichern und das erfolgreiche Modell im gesamten Kreis auszubauen, beantragen wir, ab 2008 für das Gesamtkonzept jährlich 450 000 Euro im Kreishaushalt zur Verfügung zu stellen«, sagt Kaup. »Dieser Ansatz soll zunächst bis 2010 befristet werden.«

Jedes Familienzentrum wird dem Antrag zufolge ab kommendem Jahr einen Betrag von einem Euro pro Einwohner in der jeweiligen Kommune bekommen, in den kleineren Orten mindestens 15 000 Euro pro Familienzentrum. Neben dem Begrüßungsdienst ist auch eine zusätzliche Stelle zur Abwehr von Kindeswohlgefährdung bei den Regionalstellen eingeplant.