NW: Stadt will ihr Altenheim abgeben - Verkauf an einen gemeinnütziger Träger vorgeschlagen / Politiker müssen Grundsatzbeschluss fällen (19.10.07)

Gütersloh (gpr). Die Stadtverwaltung hat vorgeschlagen, das Altenheim an der Kaiserstraße abzugeben. Es soll an einen gemeinnützigen Träger gehen, der es konzeptionell und baulich weiter entwickelt. Die Stadt folgt damit der politisch mehrheitlichen Meinung, die sich in der jüngsten Debatte über das Heim abgezeichnet hat.
Die Voraussetzungen für die Übergabe der Pflegeeinrichtung (46 Plätze) hat die Stadt jetzt in einer Vorlage zusammengefasst, über die der zuständige Fachausschuss in seiner Sitzung am kommenden Dienstag berät. Stimmen die Politiker zu, würde die Stadt mit potenziellen Investoren und Betreibern über Lösungen verhandeln.

Die Verhandlungsergebnisse sollen laut Stadtverwaltung drei Voraussetzungen erfüllen: „Geschaffen werden sollen zeitgemäßen Formen altersgerechten Wohnens, wie betreute Wohngruppen. Für die gegenwärtigen Bewohner soll eine ihren Wünschen entsprechende Wohn- und Betreuungsmöglichkeit gefunden, und für die Mitarbeiter ein Arbeitsplatz zu möglichst vergleichbaren Konditionen gesichert werden.“

Warum die Stadt eine Trennung von der kommunalen Trägerschaft empfiehlt, ist in der Ausschussvorlage ausführlich begründet. Die Heimaufsicht des Kreises hatte unlängst darauf verwiesen, dass in Gütersloh in den nächsten drei Jahren 339 zusätzliche Heimplätze entstehen und besonders im Bereich der vollstationären Pflege mit einem erheblichen Überangebot zu rechnen sei.

„Das städtische Altenheim“, so die Stadt weiter, „hat aufgrund seiner räumlichen Gegebenheiten, die nicht mehr den heutigen Anforderungen des Heimgesetzes entsprechen, nur noch bis zum Jahr 2018 Bestandsschutz. Folglich ständen auf jeden Fall erhebliche Investitionen an, um das Haus aktuellen Standards gerecht umzubauen. Eine Refinanzierung dieser Investition ist aber nur bei annähernder Vollbelegung gegeben, wovon aufgrund des zukünftigen Überangebots an Pflegeplätzen in Gütersloh nicht ausgegangen werden kann. Darüber hinaus entspricht ein klassisches Pflegeheim auch zunehmend nicht mehr den Erwartungen der pflegebedürftigen Menschen.“

Daher setzt die Verwaltung darauf, dass andere Träger an diesem Standort ein modernes Pflegekonzept mit betreuten Wohngruppen oder Pflegewohngemeinschaften verwirklichen. Dazu, so heisst es in der Vorlage, seien bereits mit mehreren Betreibern Vorgespräche geführt worden, um die Interessenlage zu sondieren. Dabei habe man grundsätzliches Interesse festgestellt. Für konkretere Verhandlungen sei allerdings ein Grundsatzbeschluss des Stadtrates notwendig.