Gütersloh (peb). Für einen Tag hatten Gütersloher Schüler im August die Schulbank gegen einen Arbeitsplatz eingetauscht und unter dem Aktions-Titel »Gütersloh engagiert« für den guten Zweck ganz tatkräftig gearbeitet. Gestern wurden die Erlöse aus der bundesweit einmaligen Aktion übergeben.
Alleine schon die Zahlen drücken den Erfolg dieser Aktion aus, die von vier Gütersloher Stiftungen sowie von Stadtbibliothek und Jugendparlament unterstützt und von den Falken koordiniert worden war: 2500 Schüler hatten teilgenommen und sich selbst einen bezahlten Job gesucht, 450 Unternehmen und Privatpersonen unterstützen das Projekt und stellten die Jobs zur Verfügung. 40 000 Euro brachten die Schüler auf diesem Wege zusammen.
Was die Zahlen kaum ausdrücken ist unterdessen der persönliche Gewinn der Teilnehmer, die den Lohn für die Arbeit zur Hälfte ihrer Schule, zur anderen Hälfte einem guten Zweck gespendet haben. Denn auch in pädagogischer Sicht habe sich der Einsatz für die Schüler gelohnt, ist sich Dr. Brigitte Mohn von der Bertelsmann-Stiftung sicher. Die Erfahrungen zeigten, dass junge Menschen, die sich engagieren, weniger anfällig seien für Gewalt, Drogen- und Alkoholkonsum. Dr. Mohn sieht die Premiere von »Gütersloh engagiert« als Pilotprojekt, als Basis für weitere Projekte auch außerhalb Güterslohs.
Eine Premiere bot die Erstauflage von »Gütersloh engagiert« unterdessen auch in anderer Hinsicht, wie Bürgermeisterin Maria Unger betonte: Mit der Beteiligung von Bertelsmann-Stiftung, Stadt-Stiftung, Volksbank-Stiftung und Renate-Gehring-Stiftung habe es erstmals eine derartige Kooperation verschiedener Stiftungen gegeben
Zwei Einrichtungen erhielten gestern im Rahmen einer Feierstunde in der Aula der Volkshochschule die Hälfte der eingenommenen 40 000 Euro: So gingen 15 000 Euro an die Gütersloher Suppenküche, weitere 5000 Euro kann der Bauteil 5 für die Anschaffung eines ausleihbaren Spiel- und Sportpaketes investieren. Die Schüler selbst konnten entscheiden, welche Einrichtung welchen Anteil des Erlöses erhält. Die zweite Hälfte des Erlöses geht an die jeweiligen Schulen der teilnehmenden Schüler. Besonders fleißig waren demnach die Jugendlichen der Geschwister-Scholl-Realschule: Ihre Schule erhält 6900 Euro. Das Städtische Gymnasium erhält 3600 Euro, die Anne-Frank-Gesamtschule 2400 Euro, die Freiherr-vom-Stein-Realschule 2000 Euro, das ESG 1600 Euro, die Hauptschule Ost 1350 Euro, die Hauptschule Nord 1100 Euro und die Elly-Heuss-Knapp-Realschule 1050 Euro.