Gütersloh (din). Das war geradezu rekordverdächtig: Nach nur einer Wortmeldung und in weniger als fünf Minuten hat der Jugendhilfeausschuss gestern Abend den Wechsel in der Gesellschafterstruktur für die Jugendarbeit Gütersloh gGmbH abgesegnet. Selbst Maik Birkholz, Geschäftsführer des sozialistischen Jugendverbands „Die Falken“ und Motor der Entwicklung, der wegen seiner Befangenheit auf Anraten des Fachbereichsleiters Jugend Heinz Haddenhorst denn Ratssaal verlassen hatte, dürfte überrascht gewesen sein, wie schnell er wieder hineindurfte.
Wie berichtet, soll der neu gegründete und mit den „Falken“ verwobene Verein „Jugend wirkt!“ die Mehrheit der Anteile an der gemeinnützigen Gesellschaft übernehmen, die Trägerin der Jugendarbeit im Bauteil 5, im Wasserturm und ab dem nächsten Jahr womöglich auch einer neuen Einrichtung in Kattenstroth ist. Der Verein wird künftig 51 Prozent der Anteile halten. Er übernimmt die Anteile der katholischen Kirchengemeinde St. Pankratius, die ihr Ausscheiden erklärt hatte, die auf Maik Birkholz eingetragenen Anteile der „Falken“ und Gesellschafteranteile der Stadt Gütersloh. Die Stadt, Hauptgeldgeberin für die Jugendarbeit und mit 61,6 Prozent noch Mehrheitsgesellschafterin, wird künftig 22,2 Prozent halten.
Außer einer neuen strategischen Ausrichtung mit erweiterten Beteiligungsformen und Zielgruppen strebt der Verein auch klare Aufgabenzuweisungen und Verantwortlichkeiten an. Die Stadt hatte bereits angekündigt, das Konsensprinzip in der Gesellschafterversammlung aufzukündigen, nach dem alle Beschlüsse einstimmig gefasst werden müssen.
Für die CDU hatte Ratsherr Raphael Tigges schon Mitte der Woche in einer Pressemitteilung erklärt, er erwarte vom neu gründeten Verein einen kräftigen Schub für die Jugendarbeit in Gütersloh. Dass der Jugendverband „Die Falken“ der SPD nahestehe“, sei kein Problem. Birkholz ist nicht nur deren Geschäftsführer und Vorstandsmitglied im neuen Verein, sondern auch Stadtverbandsvorsitzender der SPD in Gütersloh. Im Ausschuss wollte lediglich Marianne Lemke (Diakonie) wissen, ob der Vereinsvorstand mit zwei Studenten, zwei Angestellten und einem Zivildienstleistenden die nötige Professionalität für die Aufgabe mitbringe. Die Verwaltung ließ daran jedoch keinen Zweifel.