Gütersloh (din). Wird in Spexard ein neuer Lebensmittelmarkt benötigt? Gäbe es genügend Nachfrage für einen Möbelmarkt? Woher kommen die Kunden? Wie steht Gütersloh im Vergleich da? Antworten auf diese Fragen soll ein „Einzelhandels- und Zentrenkonzept“ liefern, das die Stadt Gütersloh im Frühjahr in Auftrag gegeben hat. Die ersten Ergebnisse liegen jetzt vor.
Ein Fazit vorweg: „Wir können mit den Zahlen sehr zufrieden sein“, sagte Stadtplaner Michael Zirbel am Donnerstag. Gütersloh habe als Mittelzentrum eine deutliche Ausstrahlung in die Region.
Die Experten des Dortmunder Büros Junker und Kruse haben zunächst eine Bestandsaufnahme angefertigt. Demnach bringen es 674 Betriebe (ohne Autohandel) mit einer Verkaufsfläche von 205 000 Quadratmetern auf einen Umsatz von zuletzt rund 623 Millionen Euro. Dem steht ein (einzelhandelsrelevantes) Kaufkraftpotenzial der Gütersloher von 575 Millionen Euro gegenüber.
Im bundesweiten Vergleich steht Gütersloh bei der Kaufkraft im Verhältnis zur Einwohnerzahl besser da als andere Kommunen im Kreis und Bielefeld. Auch mit der Verkaufsfläche von 2,14 Quadratmetern pro Einwohner rangiert Gütersloh unter vergleichbaren Städten weit oben.
Auffällig: „Der großflächige Einzelhandel spielt ein große Rolle“, erklärte Elisabeth Kopischke vom Büro Junker und Kruse. Er hat einen Verkaufsflächenanteil von 60 Prozent. Dazu zählen nicht nur die großen Verbrauchermärkte, sondern auch Garten- und Baumärkte sowie der Media Markt. „Ballungsgebiete“ sind die Hans-Böckler-, die Carl-Bertelsmann- und die Brockhäger Straße sowie Am Anger.
Anders sieht es bei der Grundversorgung mit Artikeln für den täglichen Bedarf aus. Während Sundern mit einer Verkaufsfläche von 0,75 Quadratmetern (Real) stadtweit an der Spitze und der Durchschnitt bei 0,38 Quadratmetern liegt, gibt es den Daten zufolge in Spexard und Friedrichsdorf (jeweils 0,17), aber auch in Pavenstädt und zum Teil in Avenwedde und Isselhorst „Handlungsbedarf“. Wie der konkret aussehen könne, müsse einer näheren Betrachtung unterworfen werden, hieß es am Donnerstag.
Der Gütersloher Einzelhandel zieht in beträchtlichem Maß auch Kunden aus dem Umland an. Sie kommen aus den direkt angrenzenden Kommunen Harsewinkel, Herzebrock-Clarholz, Rheda-Wiedenbrück, Verl und Steinhagen, aber auch aus Langenberg und Bielefeld. Bei Hausrat und Geschenkartikeln, Schuhen und Lederwaren sowie Sport- und Freizeitartikeln sowie Bekleidung ist der Zufluss groß.
Anfang nächsten Jahres sollen die Erkenntnisse in Empfehlungen umgesetzt werden. Im März oder April soll der Rat basierend auf den Daten das Einzelhandels- und Zentrenkonzept als Leitbild für die künftige Planung verabschieden. Am Montag, 12. November, werden die Ergebnisse ab 19 Uhr öffentlich im Vortragssaal der Stadtwerke vorgestellt.