CDU stellt Anfrage zur Vergabe von Plätzen an den Gymnasien in Gütersloh
Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Gütersloh hat für die Sitzung des Bildungsausschusses am 28. April eine umfangreiche Anfrage zur aktuellen Praxis der Schulplatzvergabe an den weiterführenden Schulen eingereicht. Im Fokus stehen insbesondere die Verfahren zur Aufnahme an den Gymnasien sowie die Frage nach Transparenz, Fairness und Planungssicherheit für Familien.
Hintergrund der Anfrage sind die jüngsten Entwicklungen rund um die Schulplatzvergabe für das kommende Schuljahr. Nachdem am Evangelisch Stiftischen Gymnasium 36 Kinder aufgrund fehlender Kapazitäten abgelehnt werden mussten, kam es am 25. März zu einem erheblichen Andrang auf die verbleibenden Plätze am Städtischen Gymnasium. Berichten zufolge warteten Eltern bereits ab den frühen Morgenstunden vor Ort, da die Vergabe der Plätze nach dem sogenannten „Windhundprinzip“ – also in der Reihenfolge des Erscheinens – erfolgte. Bereits vor Beginn der regulären Öffnungszeiten der Schule waren alle Plätze vergeben.
Die CDU-Fraktion kritisiert diese Zustände deutlich. „Es kann nicht sein, dass Eltern gezwungen sind, mitten in der Nacht vor einer Schule anzustehen, um ihrem Kind eine faire Chance auf Bildung zu sichern“, erklärt Sebastian Brandt, Sprecher im Bildungsausschuss. „Wir brauchen transparente, gerechte und vor allem planbare Verfahren, die für alle Familien gleichermaßen gelten.“
In ihrer Anfrage stellt die Fraktion unter anderem die Frage, ob Schülerinnen und Schüler mit Gymnasialempfehlung künftig an den Gymnasien bevorzugt berücksichtigt werden können, bevor ein mögliches Losverfahren greift. Zudem soll geklärt werden, wie genau die Auswahlverfahren in den einzelnen Vergaberunden organisiert sind und ob alternative Modelle zum derzeit praktizierten Verfahren möglich wären.
Weiter möchte die CDU-Fraktion wissen, wie viele Kinder trotz Bewerbung keinen Gymnasialplatz erhalten haben, wie viele ohne entsprechende Empfehlung aufgenommen wurden und wie sich die Übergangsquoten zwischen den Schulformen nach der Erprobungsstufe darstellen. Ebenso wird nach der Anzahl der ausgesprochenen Gymnasialempfehlungen sowie nach dem Anteil auswärtiger Schülerinnen und Schüler gefragt.
Daniel Helmig, Fraktionsvorsitzender der CDU, betont die politische Bedeutung des Themas: „Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich, dass wir hier dringend Handlungsbedarf haben. Es geht um Chancengerechtigkeit und das Vertrauen der Eltern in unser Bildungssystem. Wir erwarten klare Antworten und setzen uns dafür ein, dass sich eine solche Situation nicht wiederholt.“