Von Michael Diekmann
Gütersloh (WB). Der Arbeitsmarkt im Kreis Gütersloh hat sich deutlich besser erholt als der Landesschnitt NRW. Mit aktuell 6,5 Prozent (Vorjahresdezember 8,7 Prozent) hat sich nach Auskunft von Agenturchef Dr. Peter Glück der Positivtrend mehr als stabilisiert. Mehr noch: Auf 98 arbeitslose Elektriker kommen im Kreis Gütersloh 160 offene Facharbeiterstellen.
Nicht nur auf die ungewöhnlich warme Witterung zum Jahresende 2006 führt Dr. Peter Glück die aktuell vorgelegten Dezemberzahlen zurück: Selbst im Dezember sank die Zahl der Arbeitslosen noch einmal um 1,2 Prozent auf 11 930 Männer und Frauen. Glück: »Allein im Dezember konnten 140 Gütersloher mehr in eine Stelle vermittelt werden als es Neuanmeldungen auf Leistung gab.« Wirkung zeigen insbesondere auch die starken industriellen Strukturen des Kreises Gütersloh. Das Anziehen der Konjunktur samt Konsumbelebung und gut gefüllten Auftragsbüchern in Handwerk und Industrie hat insbesondere die Nachfrage nach Facharbeitern deutlich belebt.
Der starke Überhang von 160 offenen Stellen für Elektriker im Kreis Gütersloh, auf die es bei der Agentur für Arbeit nur 98 qualifizierte Fachbewerber gibt, ist laut Glück schließlich auch keine Eintagsfliege. Eine ähnliche Entwicklung gibt es auch im Bereich der Metallberufe. Hier kommen auf 100 notierte Bewerber insgesamt 133 offene Stellen im Kreisgebiet. Registriert haben die Vermittler der Agentur zudem, dass die Chancen auf Arbeit gerade auch für jüngere Bewerber mit Qualifikation deutlich gestiegen sind. Weit weniger Jungen und Mädchen unter 25 Jahren, die nach erfolgreichem Berufsabschluss nicht im Lehrbetrieb übernommen worden waren, als noch vor einem Jahr sind lange in der Statistik der Agentur für Arbeit notiert.
Allerdings macht man bei der Agentur im Bezirk Bielefeld/Gütersloh auch keinen Hehl aus der Tatsache, dass sich die Chance auf Vermittelbarkeit durch die gute Nachfragesituation am Markt für die Menschen ohne Abschluss und Qualifikation nicht verbessert hat. Glück: »Die Lage wird immer komplizierter.« Zum Ende Januar 2007 schlägt zudem erstmals die Auswirkung des auf ein Jahr befristeten Leistungsbezugs bei den Beziehern vor Ort durch. Für viele, wissen die Sachbearbeiter, wird es Anfang Februar ein böses Erwachen geben. Die Überlegung, ein Angebot der Agentur abzulehnen, bedarf künftig noch intensiverer Überlegungen.
Durchaus positiv und deutlich weniger mit Langzeitarbeitslosigkeit befasst als im Bereich Bielefeld ist der Agenturteilbereich Gütersloh. Hier halten sich 5932 bei der Agentur Gemeldete und die 5998 Klienten der GT aktiv GmbH nahezu vollständig die Waage. Entsprechend optimistisch ist die Prognose des Agenturchefs für 2007. Glück: »Bei anhaltend stabilen Vorzeichen dürfte die Zahl der Arbeitslosen zum Dezember 2007 noch einmal um 10 bis 15 Prozent niedriger liegen.« Der Jahresschnitt soll nur noch bei 32 000 liegen. Steigen wird dagegen die Zahl der Schulabgänger auf der Suche nach einer Lehrstelle.