Im Wochenschauer meint Westfalen Blatt-Lokalchef Michael Delker zur Weberei:
Die Schlagzeilen, die von der Weberei in den vergangenen Jahren produziert wurden, waren alles andere als positiv. Die Steuerschulden beim Finanzamt bleiben ebenso in Erinnerung wie der Trubel um die kubanische Band »Habana Son« und der daraus resultierende Raus-wurf von Geschäftsführer Andreas Voßhenrich-Werner. Ein amateurhaftes Krisenmanagement brachte das Kulturzentrum - wieder einmal - in Existenznöte. Weil das Landesarbeitsgericht die außerordentliche Kündigung von Voßhenrich-Werner für unwirksam erklärte, sah sich die Weberei plötzlich mit Forderungen in Höhe von bis zu 250 000 Euro konfrontiert. Da sich im Laufe der Zeit weitere 300 000 Euro Schulden angehäuft hatten, sahen Beobachter bereits den Pleitegeier über dem Kulturzentrum kreisen.
»Die Weberei darf nicht sterben«, äußerte sich Andreas Voßhenrich-Werner nach dem Termin am Landesarbeitsgericht generös. Die Einigung zwischen dem geschassten Geschäftsführer und dem Kulturzentrum steht mittlerweile kurz bevor. Das Entgegenkommen von Voßhenrich-Werner soll sich auf den Zeitraum beziehen, in dem die Weberei ihre Schulden abstottern muss. Einzelheiten will der als Vermittler auftretende Kulturdezernent Andreas Kimpel erst in der kommenden Woche mitteilen. Da auch das Finanzamt Gütersloh auf einen Teil seiner Forderungen verzichtet hat, dürfte die Insolvenzgefahr abgewendet sein. Das ist die erste gute Nachricht im Jahr 2007. Weitere Schritte müssen allerdings folgen. In der mehr als 20-jährigen Geschichte der Weberei waren finanzielle Turbulenzen immer wieder mal an der Tagesordnung. Jugendsünden, die der Vergangenheit angehören müssen. Für die Weberei ist es an der Zeit, erwachsen zu werden und für professionelle Strukturen zu sorgen. Wer von der Stadt Zuschüsse kassiert, muss ein verlässlicher Partner sein. Der erste gute Ansatz könnte die angedachte Gründung einer gemeinnützigen GmbH sein.