GL: 7,3-Millionen-Euro-Investition - Sparkasse baut ihre Zentrale um (17.02.07)

Von GERRIT DINKELS Gütersloh (gl). Für 7,3 Millionen Euro baut die Sparkasse Gütersloh in den nächsten beiden Jahren ihre Hauptstelle am Konrad- Adenauer-Platz um. Mit den Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr, das durch die Debatte um den Personalabbau geprägt war, zeigten die Vorstände Eckhard Heitlage und Hans-Hermann Kirschner sich am Freitag zufrieden. Neben die Freude über eine gute Konjunktur tritt die Sorge wegen eines „knüppelharten Wettbewerbs“.
Nach längerer Vorlaufzeit ist der Umbau nun beschlossene Sache. Mit 6,3 Millionen Euro fließt der Löwenanteil in die Modernisierung der Kundenhallen. Im Erdgeschoss des Teils, der von der Eickhoffstraße aus zugänglich ist, soll ein zentrales Immobilienzentrum eingerichtet werden. Heitlage: „Wir wollen unsere Kunden bitten, in die Hauptstelle zu kommen, wenn sie eine Baumaßnahme finanziert haben möchten.“ Die Beratung solle nicht mehr in den Filialen stattfinden. Die Immobilientochter SKW werde nicht mit einziehen, sondern in der Hauptstelle lediglich ihre Angebote präsentieren. Die erste Etage wird für die Vermögensberatung hergerichtet.

Komplett neugestaltet wird auch die vom Konrad-Adenauer- Platz zugängliche Kundenhalle. Im heutigen Eingangsbereich ist ein Selbstbedienungscenter geplant mit sechs statt bisher vier Automaten und fünf Überweisungsterminals. Er wird in Teilen rund um die Uhr zugänglich sein. Außerdem werden 18 diskrete Kundenberatungsbüros eingerichtet sowie acht offene Service- Stellen. Im Gegensatz zu den Filialen soll es auch künftig eine ständig besetzte Kasse geben. „Wir glauben, dass wir damit den Bedürfnissen der Kunden Rechnung tragen“, sagte Heitlage.

Die Fassade zum Konrad-Adenauer- Platz wird farblich aufgepeppt. Im Erdgeschoss soll eine neue Glasfront einen offenen Charakter erzeugen und Automatennutzern auch nachts ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. „Wir wollen das Bild unserer Sparkasse bewahren, dem Ganzen durch Farbelemente aber ein neues Gesicht geben.“

Noch einmal eine Million Euro steckt die Sparkasse in ein neues Dach und neue Fenster. Das Dach genüge brandschutztechnischen Auflagen nicht mehr, und die Fenster stammten noch von 1975, berichtete Heitlage. Schon im März soll der Umbau an der Eickhoffstraße starten und spätestens im ersten Quartal 2009 abgeschlossen sein. „Wir machen das in Schritten“, begründete der Vorstand die lange Bauzeit bei laufendem Betrieb. Die Fassade steht 2008 auf dem Programm. Man könne die Augen vor der Notwendigkeit eines Umbaus nicht verschließen, so Heitlage, „auch wenn die Summe nicht klein ist“. Vorgesehen ist im laufenden Jahr außerdem, die Geschäftsstelle Brockhäger Straße zu modernisieren.

„Gekämpft und gut behauptet“

Gütersloh (din). In die Freude über eine florierende Wirtschaft mischt sich bei der Sparkasse die Sorge über den verschärften Wettbewerb. Es sei „kaum zu glauben, wie positiv sich die Konjunktur entwickelt hat“, sagte Hans-Hermann Kirschner. Die Steuereinnahmen sprudelten, der Dax habe 2006 um 22 Prozent zugelegt, und auch „die Sorge, dass die höhere Mehrwertsteuer zum Konsumkiller wird, hat sich nicht bestätigt“. Für 2007 seien die Aussichten sehr gut.

Im Bankwesen gebe es allerdings einen „knüppelharten Wettbewerb“, klagte Kirschner. Die Wettbewerber überböten sich mit Sonderangeboten für Baufinanzierungen und Einlagen. Die Sparkasse Gütersloh versuche, der Entwicklung mit „Leuchtturmprojekten“ zu trotzen. Heißt: günstige Baufinanzierungen und Topzinszertifikate. Die eigenen Erträge (Margen) fallen dann allerdings auch geringer aus.

Im vergangenen Jahr habe sich die Sparkasse im Kundengeschäft „tapfer und erfolgreich durchgekämpft“, so Kirschner. Die Einlagen auf Konten und Sparbüchern stiegen um 2,8 Prozent auf 1,051 Milliarden Euro. Das Wertpapiergeschäft legte um 17,5 Prozent auf 598 Millionen Euro zu. Nahezu jeder dritte Kunde verfüge über ein Depot. Für 2007 erwartet Kirschner eine „gute Börsenentwicklung“. Es sei nur „eine Frage von Tagen“, bis die 7000er-Marke beim Dax übersprungen werde.

Einen Einbruch gab es im Verbundgeschäft bei den Bausparverträgen. Die Zahl neuer Verträge ging nach Abschaffung der Eigenheimzulage gegenüber dem Vorjahr um 20,6 Prozent auf 2321 zurück (39,9 Millionen Euro, minus 16,2 Prozent). Dagegen stieg die Zahl der abgeschlossenen Lebensversicherungen mit 1404 auf mehr als das Doppelte (plus 126,5 Prozent, 14,5 Millionen Euro). Darunter sind 914 so genannte Riester-Verträge. Die Kunden seien gut beraten, so Kirschner, außer der staatlichen Rente privat vorzusorgen. Bei einem insgesamt rückläufigen Kreditvolumen (minus 1,7 Prozent auf 1,257 Milliarden Euro) seien 36 Existenzgründer unterstützt worden.

Die Bilanzsumme stieg nach zwei Minus-Jahren wieder um 2,2 Prozent auf 1,559 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss sank um 20 Prozent auf zwei Millionen Euro. Das Betriebsergebnis beträgt 1,19 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme (Vorjahr: 1,20 Prozent). Die Zahl der Firmen- und Privatkunden wuchs um 0,3 Prozent auf 65 903. 340 000 Euro flossen als Spenden und Sponsoring an soziale und kulturelle Einrichtungen sowie an Sportvereine