GL: Aktuelle Kalkulation - Kosten für Theaterneubau steigen (22.02.07)

Von DORIS PIEPER - Gütersloh (gl). Die reinen Baukosten für den geplanten Theaterneubau liegen nach einer neuen Berechnung um 350 000 Euro über dem bisherigen Budget von 19 Millionen Euro. Das geht aus einer Vorlage für den Kulturausschuss am Donnerstag, 1. März (17 Uhr), hervor. Die veranschlagten Gesamtkosten von 20,8 Millionen Euro einschließlich Theaterumfeld steigen damit um knapp 1,7 Prozent.
Als Grund werden die auf der Machbarkeitsstudie basierenden baulichen Verbesserungen genannt, die der Hamburger Architekt Professor Jörg Friedrich in dem zur Absegnung bereiten Vorentwurf eingebracht hat. Wichtigster Punkt: Das Gebäude muss zweieinhalb Meter länger werden, als bislang gedacht. Ursache ist ein Umlauf zum Bühnenraum, der für die Beleuchter benötigt wird. Verzichtet man darauf, müssten die Techniker, wenn sie von der rechten auf die linke Seite wechseln, quer durch den Saal oder über den Rang.

Weitere Punkte, die sich erst in der Detailplanung ergeben haben, und bei denen es sich nicht um luxuriöse Details, sondern um konstruktive Notwendigkeiten handelt: Ein Treppenhaus allein wird nicht reichen, um den Publikumsstrom durch die Etagen zu leiten. Ein zweites muss her. Auch der zu knappe Zugang zur Studiobühne im Obergeschoss ist überarbeitet worden und hat jetzt eine kleine Foyer-Situation erhalten.

Überdacht hat Professor Friedrich zudem die Erschließung der Sky-Lobby, die nun separat zugänglich sein soll, damit sie unabhängig vom Theater- oder sonstigen Veranstaltungsbetrieb im Gebäude genutzt werden kann. Diese Änderungen werden den Mitgliedern des Kulturausschusses am 1. März vorgestellt. Die Präsentation soll die baulichen und technischen Lösungen der einzelnen Etagen aufschlüsseln und auch Friedrichs Fassadenlösung für das neue Theater offenbaren. Ein Anschauungs-Modell vom Neubau gibt es noch nicht. Zwar existiert im Hamburger Architekturbüro ein Arbeitsmodell, wie Projektleiter Scheidt gegenüber der „Glocke“ erklärte, doch eine exakte 3-D-Studie des Großprojekts wird erst angefertigt, wenn der Vorentwurf abgesegnet ist. Denn allein darauf werde das gültige Modell basieren.

Zur Finanzierung: 19,62 der Gesamtkosten in Höhe von 20,8 Millionen Euro sollen laut Verwaltung durch eine Entnahme aus städtischen Rücklagen (7,5 Millionen Euro vom Stadtwerketeilverkauf), dem Verkauf von RWE-Aktien (4,4 Millionen), Sponsorengeldern von Bertelsmann und Miele (5 Millionen), Spenden des Fördervereins (2 Millionen) und Landeszuschüsse (720 000 Euro) finanziert werden. 1,18 Millionen Euro sollen als Kredit aufgenommen werden. Wie die Mehrkosten von 350 000 Euro, die sich durch eine neue Parkpalette erhöhen könnten, finanziert werden sollen, ist noch nicht klar. Mit dem Verkauf der RWE-Aktien beschäftigt sich heute der Finanzausschuss.