GL: Städtisches Altenheim - Neuer Betreiber im Gespräch (18.04.07)

Gütersloh (din). Was passiert mit dem Städtischen Altenheim im Winkel Kaiser- und Friedrich- Ebert-Straße? Hinter den Kulissen wird die Frage erörtert, ob die Stadt es weiter in eigener Regie führen, umbauen, verkaufen oder einen Betreiber suchen soll.
Im Grunde seien alle Optionen denkbar und würden auch geprüft, sagte der Erste Beigeordnete Dr. Klaus Wigginghaus der „Glocke“. „Wir führen Gespräche, um die Alternativen auszuloten, alte Menschen mit Wohnraum zu versorgen.“ Klar sei nur eins: „Wir werden das Altenheim so wie wir es haben, auf Dauer nicht weiterbetreiben können.“

Hintergrund ist das steigende Angebot an Wohnheimplätzen in Gütersloh. So will die Deutsche Seniorenstift Gesellschaft (Hannover) im November auf dem Bartels-Gelände ein neues Pflegeheim mit 97 Plätzen eröffnen. Die DSG gehört zur Hamburger Semmelhaack-Unternehmensgruppe, die als Investor für das Gebäude auftritt. Die DSG ist auch Gesprächspartner der Stadt für das Städtische Altenheim.

Zurzeit wird das Haus von der Leitung des Klinikums betreut, also von Ingo Engelmeyer (Verwaltung) und Andrea Eickhoff (Pflege kommissarisch). Wenn das Krankenhaus in eine gGmbH umgewandelt wird, muss für das Altenheim ohnehin eine neue Lösung gefunden werden.

Schon gestern hat sich der Klinikumsausschuss als zuständiger Fachausschuss den Bericht zum Altenheim angehört. Im Mai soll es auch wegen der vakanten Pflegedienstleitung im Klinikum eine Sondersitzung geben. Bis dahin will die Verwaltung die Optionen präsentieren. Wigginghaus: „Wir sind noch nicht festgelegt.“

Das Altenheim hatte laut Beteiligungsbericht 2006 zuletzt trotz Anhebung der Pflegesätze rückläufige Erträge verzeichnet. 2005 hatte das Haus im Schnitt knapp 45 Bewohner und war damit noch zu 97,2 Prozent ausgelastet. „Die bauliche Struktur des Hauses entspricht nicht mehr den Ansprüchen von potenziellen Bewohnern, dadurch gestaltet sich die Belegung von freiwerdenden Plätzen immer schwieriger.“ Ein weiteres Pflegeheim in der Stadt könne zu Problemen führen.