Von Anette Isringhausen - Gütersloh. Das Schicksal des Wapelbads stand in seiner mehr 80-jährigen Geschichte schon mehrfach auf der Kippe. Jetzt scheint seine Existenz erneut gefährdet. Der Verein Die Weberei, nach seiner Insolvenz seit 1. März unter Führung des Wohlfahrtsverbands Pari-Sozial, will das älteste Bad Güterslohs nur noch unter bestimmten Bedingungen weiterführen.
Seitdem die Weberei das Wapelbad 2002 übernommen hatte,war der 1.Mai stets der traditionelle Termin für die Saison-Eröffnung. In diesem Jahr wird der Besucher vor verschlossenen Toren stehen. Grund ist der Stillstand beim Bau des Gastronomie-Pavillons, an dem die Weberei seit Anfang 2005 bastelt. 15.000 Euro, so kalkuliert Dieter Brinker, Geschäftsführer des neuen Weberei-Trägers Pari-Sozial , seien für Restarbeiten im Innen- und Außenbereich noch notwendig.
Betriebsleiterin Dörte Roschinski stellt im NW-Gespräch klar, dass die Weberei als gemeinnützige GmbH diesen Betrag nicht aufbringen könne. Das gelte auch für alle in Zukunft anfallenden größeren Investitionen. Das Wapelbad erwirtschafte als Saisongeschäft und zudem wetterabhängig trotz aller Anstrengungen ein jährliches Defizit. „Wir können froh sein, wenn wir den Betrieb mit einer schwarzen Null führen können.“ Um dieses zu erreichen, sei es notwendig, den Besuchern eine überdachte Gastronomie anzubieten.
Die noch fehlenden 15.000 Euro erwartet die Weberei von der Stadt. Doch der zuständige Dezernent, AndreasKimpel, verweist auf die bestehenden Verträge zwischen Stadt und Weberei über das Wapelbad. Mit einem schnellen Griff in die Haushaltskasse kann die Weberei also nicht rechnen. „Eine Förderung kommt für uns nur im Rahmen der bestehenden finanziellen Unterstützung infrage“, sagt Kimpel. Mit anderen Worten: Die Weberei kann ihren Zuschuss wohl umverteilen (2006 lag er bei ca. 160.000 Euro, abzüglich der Mietzahlungen an die Stadt als Eigentümerin der Gebäude), einen Extra-Bonus gibt es nicht.
Für Ende April ist ein Gespräch zwischen Stadt und Pari Sozial anberaumt, in dem es um die Verwendung von Zuschüssen für die Weberei und um ein tragfähiges Konzept für das Wapelbad geht. Dabei wird sicher auch zur Sprache kommen, wieviel Geld bislang in den Bau des Pavillons geflossen sind. Erst im August hatte die Energetik Solartechnologie 20.000 Euro für den Pavillon gespendet. „Die sind nach meinen Informationen komplett verbaut worden“, sagte Brinker.
Insgesamt soll der Pavillon nach jüngsten Schätzungen von Dörte Roschinski 90.000 Euro kosten, die Eigenleistungen und zahlreiche Sachspenden (unter anderem eine komplette Küche) nicht eingerechnet. Für die Sanierung des Schwimmbeckens hat die Stadt-Stiftung eine Spende zugesagt.