NW:Bettenhaus trägt Betten nicht - weitere Verzögerung / SPD ficht Wahl an (24.04.07)

Von Rainer Holzkamp - Gütersloh. Nach der juristischen Niederlage in Sachen Unfallchirurgie und HNO-Abteilung in der vorigen Woche setzt sich nun auch noch die Serie der Baupannen und Personalprobleme am Städtischen Klinikum fort. Dabei steht zum einen das neue Bettenhaus zum wiederholten Mal im Mittelpunkt. Zum anderen geht es um die Nachfolge des ausgeschiedenen Pflegedirektors Rainer Jakobi.
Was das Bettenhaus anbelangt, dürfte sich der bereits mehrfach verschobene und zuletzt für Mai geplante Bezug des 21,3-Millionen-Euro-Projekts abermals verzögern. Nach NW-Informationen sind es jetzt die Fußböden, die Kummer bereiten. Sichtbar wurden die Mängel beim Stapeln der Patientenbetten. Stehen zwei übereinander – das ist in Bezug auf das Gewicht in etwa vergleichbar mit der Alltagssituation „Patient liegt im Bett“ – entstehen Dellen im Belag. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern beeinträchtigt auch den Arbeitsablauf.

Zurzeit läuft noch die Ursachenforschung. Es kann an mehreren Dingen gelegen haben: am Estrich, am Kleber, am Belag, an der Verlegung oder an fehlerhaften Berechnungen der Planer. Insofern vermochte Architekt Norbert Beckmann, der in den vergangenen Wochen und Monaten mit immer neuen Mängeln beider Bauausführung und Problemen der Material-Zulieferer konfrontiert wurde, auch die Konsequenzen noch nicht abzusehen. Er sagte gestern nur soviel: „Wir warten stündlich auf die Ergebnisse der labortechnischen Untersuchung.“

Ebenfalls unklar sind die finanziellenAuswirkungen der erforderlichen Reparaturen. Offenbar hat die Stadt in diesem Fall keine Regressansprüche gegen Dritte.

Die feierliche Schlüsselübergabe am kommenden Freitag steht somit unter ungünstigen Vorzeichen. Abgesagt wurde sie abernoch nicht.

Ein Fall für die Juristen ist inzwischen die Besetzung der Jakobi-Stelle geworden. Zwar hat sich der Klinikumsausschuss in der vorigen Woche mit Mehrheit für den früheren Lippstädter Jens Alberti (42), derzeit Pflegedirektor am Evangelischen Krankenhaus Elisabethenstift (393 Betten) in Darmstadt ausgesprochen. Doch will die SPD-Fraktion dem Vernehmen nach die Wahl anfechten. Es seien die Bestimmungen der Gleichstellung nicht eingehalten worden, so die Begründung. Wegen ihrer Ansicht nach gleich guter Eignung hatte die SPD für die kommissarische Pflegedirektorin Andrea Eickhoff (42) votiert.