NW:Blankenhagener streiten um ein Wohngebiet - Stadt will neue Fläche oberhalb des Blankenhagener Weges ausweisen, erntet jedoch Widerspruch (14.05.07)

Gütersloh (ost). Soll Blankenhagen wachsen oder nicht? Darüber gehen in dem Ortsteil im Gütersloher Norden die Meinungen auseinander. Während eine Initiative 400 Unterschriften gegen die Ausweisung eines neuen Wohngebietes westlich des Piepenbrocks Weges gesammelt hat, hofft der örtliche Bürgerverein, dass sich die Stadt davon nicht irritieren lässt.
„Der größte Teil der Blankenhagener Bevölkerung hat gegen das neue Baugebiet nichts einzuwenden“, sagt die Vorsitzende des Bürgervereins, Ursula Höffer. Sie betrachte das Wohngebiet, in dem rund 100 Wohneinheiten in Ein- und Zweifamilienhäusern geplant sind, als Chance. „Damit werten wir den Ortsteil auf. Es werden Familien kommen, junge Menschen, Blankenhagen wird als Wohngebiet damit attraktiver.“ In dem von einem hohen Ausländer- und Migrantenanteil geprägten Ortsteil trage eine solche Entwicklung zu einer besseren Bevölkerungsstruktur bei.

Christiane Piepenbrock, Leiterin der Geschwister-Scholl-Realschule und eine der Initiatorinnen gegen das neue Baugebiet, sagte dagegen, dass Blankenhagen ohnehin schon zu dicht besiedelt sei. „Wir wollen keinen neuen Ballungsraum schaffen.“ Mit dem Wohngebiet, im dem auch größere Komplexe geplant seien, gehe zudem eine wertvolle Freifläche verloren. Ihr Mitstreiter Thomas Redeker sagte, es gehe darum, eine erhebliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und eine Schädigung der Natur zu verhindern. „Diese Fläche Richtung Lutter ist ein wichtiges Feuchtgebiet für Amphibien und Wiesenvögel, es sollte dauerhaft als Kulturlandschaft gesichert und erhalten bleiben.“ Die 400 Unterschriften, so Piepenbrock, seien ein deutlicher Beleg für den Bürgerwillen.

Ursula Höffer sagt dagegen, dass ihrer Kenntnis nach die Hälfte der Unterschriften von Spaziergängern an der Lutter geleistet worden seien; viele kämen nicht aus dem Ort und seien über den Sachverhalt nicht richtig informiert worden.