Gütersloh (rebo). Einen Kompromiss finden zwischen Bürgerwunsch und finanziellen Möglichkeiten – diese Aufgabe hat jetzt die Verwaltung zum Thema Nutzungsmöglichkeiten der Gütersloher Bäder. Die Mitglieder des Finanz- und Beteiligungsausschusses haben gestern Abend der Verwaltung einstimmig den Auftrag erteilt, zu der Eingabe der „Bürgergemeinschaft Pro Hallenbad“ ein Konzept zu erarbeiten. Darin sollen sowohl wirtschaftliche als auch soziale Gesichtspunkte beachtet werden.
Dr. Klaus Wigginghaus erklärte, dies sei seine letzte Finanzausschusssitzung als Kämmerer. Im August endet seine dritte Amtszeit. Die „Plattform“-Fraktionen von CDU und Grünen haben angekündigt, den Vertrag des Ersten Beigeordneten nicht zu verlängern.
Zum Thema Bäderbetrieb wies Wigginghaus zuvor noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass mit dem Teilverkauf der Bäderbetriebe an die Bielefelder Stadtwerke Verträge unterschrieben worden seien, die auch eingehalten werden müssten. „Wir sind zwar Mehrheitsgesellschafter, können den Wirtschaftsplan der Stadtwerke aber nicht gegen deren Willen ändern“, sagte er. Er betonte aber auch, dass die Wünsche der Bürger so weit wie möglich berücksichtigt werden sollen.
Die „Bürgergemeinschaft Pro Hallenbad“ setzt sich dafür ein, dass das Hallenbad an der Herzebrocker Straße auch in Zukunft an allen Wochentagen von der Öffentlichkeit genutzt werden kann. Außerdem soll der Freibadteil der „Welle“ weiterhin abgetrennt vom Rest des Spaßbads genutzt werden können. So könnten die Gütersloher einem günstigen Preis schwimmen zu gehen.
Die Politiker waren sich einig in ihrer Einschätzung, dass es vor allem für Familien und für Kinder wichtig sei, ein Schwimmbad mit günstigen Eintrittspreisen in der Stadt zu haben. „Viele Kinder, die nicht in den Urlaub fahren können, nutzen in den Sommerferien den Freibadteil der ,Welle’“, sagte Ingrid Tiedtke-Strandt (SPD). Für das Hallenbad könne sie sich einen Kompromiss vorstellen. Vielleicht gebe es die Möglichkeit, sich mit den Bürgern auf eine Öffnung des Hallenbads von Donnerstagnachmittag bis Sonntag zu einigen. Hans-Peter Rosenthal (Grüne) schlug eine Bürgerbeteiligung am Hallenbadbetrieb vor, wie es sie schon in anderen Gemeinden gebe. Zunächst sei es jedoch sinnvoll, erst einmal zu sehen, was eigentlich möglich sei.
Ralph Brinkhaus (CDU) sagte, er vertraue darauf, dass eine vernünftige Lösung erarbeitet würde, die Finanzen und Familienfreundlichkeit berücksichtige.