Gütersloh (din). Obwohl die Stadtwerke Gütersloh (SWG) im vergangenen Jahr einen großen Stromkunden verloren haben, ist unter dem Strich der Gewinn erneut gestiegen. Die Gesellschafter, die Stadt Gütersloh (50,1 Prozent) und die Stadtwerke Bielefeld (49,9 Prozent), freuen sich über einen erklecklichen Überschuss von 4,2 Millionen Euro.
Damit lagen die Erträge nach Steuern und Abgaben um 6,46 Prozent über Vorjahresniveau. Der Stadt fließt außerdem die Konzessionsabgabe in Höhe von 6,297 Millionen Euro zu.
Die Stadtwerke hätten sich „weiter gut im Markt behauptet“, erklären die beiden GeschaÅNftsführer Lorenz Siepe und Dr. Dirk von Lojewski im Geschäftsbericht, der jetzt druckfrisch vorliegt. Die Umsätze sind um 5,7 Prozent auf 140,4 Millionen Euro angewachsen. „Sie entsprechen somit unserer auf sinnvolles Wachstum angelegten Strategie.“ Das beherrschende Thema sei noch immer die Liberalisierung des Energiemarkts gewesen, berichten die Geschäftsführer.
Seit Jahren erstmals wieder gesunken ist der Stromabsatz. Er ging um 59 auf 606 Millionen Kilowattstunden zurück. „Der Grund dafür liegt im Wechsel eines Großkunden mit einem Jahrestromverbrauch von mehr als 70 Millionen Kilowattstunden“, teilen die Stadtwerke mit. Den Namen will man nicht preisgeben, um ihn für spätere Verhandlungen nicht zu verprellen.
Der Gasabsatz stieg leicht um 1,83 Prozent auf 1,33 Milliarden Kilowattstunden. Beim Wasser bewiesen die Kunden Sparsamkeit, der Verbrauch ging um 0,58 Prozent auf 5,12 Millionen Kubikmeter zurück. An Herzebrock- Clarholz und Harsewinkel gaben die Stadtwerke mehr Wasser ab als im Vorjahr.
Die Bäder verzeichneten eine durchwachsene Bilanz. Vor allem durch wetterbedingte Einbußen beim Nordbad ging die Besucherzahl um 2,34 Prozent auf 585 000 zurück. Die Busse verzeichneten mit 3,774 Millionen Fahrgästen ein Plus von 0,61 Prozent. Vier Busse wurden durch umweltverträglichere Fahrzeuge ersetzt.
Nach den Preiserhöhungen der vergangenen Jahre geben die SWG sinkende Bezugskosten an die Kunden weiter. Der Gaspreis wurde am 1. April um 0,12 Cent pro Kilowattstunde gesenkt. Eine weitere Preissenkung für Erdgas ist für den 1. Oktober geplant, wenn die Stadtwerke von L-Gas auf H-Gas umstellen („Die Glocke“ berichtete). Beim Strom und beim Wasser sei bis zum Jahresende nicht mit Preisänderungen zu rechnen, teilen die SWG mit.
2007 stehen einige Bauprojekte auf der Agenda der SWG. Insgesamt wurde vom Aufsichtsrat ein Investitionsvolumen von 15,7 Millionen Euro beschlossen. An erster Stelle steht der Bau der neuen Erdgasleitung für die Umstellung auf H-Gas für rund fünf Millionen Euro. Die Modernisierung der „Welle“ kostet vier Millionen. Außer weiteren Investitionen in die Versorgungsnetze schlägt ein neuer Reinwasserbehälter für das Wasserwerk Nordrheda- Ems mit 1,2 Millionen Euro zu Buche. Die Stadtwerke beschäftigen 427 Mitarbeiter.