WB: Klinik-Hochzeit soll Betten retten - Neues Gutachten listet Vorteile des Klinik-Verbundes mit Ravensberg auf (05.06.07)

Von Stephan Rechlin - Kreis Gütersloh (WB). Die Fusion mit dem Klinikum Ravensberg (Krankenhäuser Halle und Versmold) bewahrt das Städtische Klinikum Gütersloh vor einem Bettenabbau. Laut neuestem Gutachten könnte Gütersloh Patienten aus dem Nordkreis gewinnen, die derzeit in andere Regionen und Kliniken abwandern.
In einer 26-seitigen Untersuchung zählt die Wirtschaftsberatungs- und Revisionsgesellschaft Hannover (WRG) vor allem die Vorteile der seit vier Jahren angestrebten Fusion auf. Weil die Verweildauer der Patienten in den Krankenhäusern bis zum Jahr 2010 auf geschätzte sechs bis sechseinhalb Tage sinkt, wäre das Städtische Klinikum Gütersloh gezwungen, bis zu 40 Planbetten abzubauen. Zu retten seien diese Betten nur durch höhere Fallzahlen. Die wiederum seien im Nordkreis zu gewinnen. Auf bis zu 2000 Fälle pro Jahr schätzen die Gutachter die Wahrscheinlichkeit auf Zugewinn.
Medizinisch bietet die Fusion laut WRG-Gutachten ausschließlich Vorteile. Über die Gründung von Tochtergesellschaften seien Synergien bei begleitenden Dienstleistungen wie Küche, Reinigung, Textilversorgung, Zentralsterilisation und im technischen Gebäudemanagement erzielbar. Die derzeit hohen Verluste des Krankenhauses Versmold seien zunächst durch den neuen Verbund zu decken - künftige Geschäftspläne müssten die finanziellen Risiken jedoch zeitlich begrenzen.

Das neue, von der Stadt Gütersloh bestellte Gutachten kommt einer Studie zuvor, die das Krankenhaus Halle in Auftrag gegeben hat. Darin soll geprüft werden, ob nicht auch andere Kliniken in der Region für eine Fusion in Frage kommen. Nach WB-Informationen haben sich die kommunalen Träger bereits auf eine Fusion zwischen Ravensberg und Gütersloh zum 1. Januar 2008 verständigt.