Von Gerrit Dinkels - Gütersloh (gl). Seit Anfang April führt die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) Regie im einstigen Jugendgästehaus für Jugend und Sport. Ende des Monats wird es für den Umbau zu einem Integrationshotel mit dem Namen „Flussbett“ geschlossen. Das soll Ende des Jahres öffnen. Die CDU will prüfen lassen, ob ein Teil des Geländes zu Wohnzwecken bebaut werden kann.
Ihm gehe es zunächst nur um eine „Machbarkeitsstudie“, sagte CDU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus am Mittwoch der „Glocke“. Das Grundstück sei recht groß und es stelle sich durchaus die Frage, ob die WfbM die ganze Fläche haben müsse. Dabei gehe es im Wesentlichen um den Grundstücksteil zwischen dem Gästehaus und dem Westring. Auf einem Teil ist ein Spielplatz untergebracht. Die Dalkeauen und die Bereiche unmittelbar am Ufer will Brinkhaus nicht antasten. In einem Antrag für den nächsten Planungsausschuss am Donnerstag nächster Woche heißt es: „Die Planungen sollen unter Berücksichtigung und angemessener Freihaltung der Dalke-Auen vorgenommen werden.“ Falls erforderlich, soll auch ein benachbartes Eckgrundstück an der Wiesenstraße einbezogen werden. Das befindet sich aber nicht in städtischem Besitz.
Brinkhaus geht es bei dem Vorstoß nicht um Wohnraum oder eine Aufwertung des Areals zwischen Gästehaus und Westring. Der Union bereite es vielmehr „ein gewisses Unbehagen“, dass die Abschreibungen für die städtische Immobilie weiter den Haushalt belasteten. Im Grund sei das eine weitere verdeckte Subvention für die WfbM. Die Stadt stellt nicht nur das Gebäude zur Verfügung, sondern zahlt wie der Kreis auch 150 000 Euro für den Umbau. Eine Verwertung des Grundstücks könne sich hingegen für die Stadt auszahlen.
Laut Rainer Venhaus, Leiter des Fachbereichs Immobilienwirtschaft im Rathaus, umfasst die Fläche gut 18 600 Quadratmeter. Unmittelbar zum Gästehaus gehörten nur rund 6500 Quadratmeter. Das Gästehaus steht mit rund 800 000 Euro in der städtischen Bilanz. Stadtplaner Michael Zirbel sagte, bei einer Bebauung müsste sicherlich ein Bebauungsplan aufgestellt werden.
Wie berichtet, soll das Jugendgästehaus zu einem Drei-Sterne- Hotel mit angeschlossener Gastronomie hergerichtet werden. Im Rahmen eines bis 2041 zu datierenden Nießbrauchrechts soll das Gästehaus der Flussbett GmbH, einer Tochter der WfbM, übertragen werden. Das könne zum 1. August geschehen, aber auch rückwirkend zum 1. Januar, sagte Venhaus der „Glocke“. Im Hotel sollen vier Einzelzimmer und 19 Doppelzimmer eingerichtet werden. Geplant ist auch eine Außengastronomie im Park mit rund 50 Sitzplätzen.