Zum Thema Hochspannungsleitung ist in der "Glocke" und in der "Neuen Westfälischen" auch ein Leserbrief von Klaus und Birgit Grothe erschienen. Nachfolgend finden Sie den Abdruck aus der NW:
Leserbrief „zur geplanten Trassenumlegung der Hochspannungsfreileitung im Bereich Nordhorner Straße/Weidenweg“:
Als Anlieger des Rotdornweges und somit unmittelbar von der potentiellen Neutrasse betroffen, möchten wir gern zum Artikel „Eine Siedlung unter Strom“ vom 3. August, in der „NW“ unsere Stellungnahme abgeben. In den 60er Jahren wurden die zurzeit bestehenden, parallel zueinander verlaufenden Hochspannungsfreileitungen, die den Weidenweg überqueren, errichtet. Zur damaligen Zeit standen dort nur zwei Häuser in angemessener Entfernung. Ein Haus „Großestrangmann/Wittop“ am Birkenweg und ein weiteres Haus „Offel“ an der Nordhorner Straße. In den 70er und 80er Jahren entstanden auf der bis dahin landwirtschaftlich genutzten Fläche sämtliche anderen Häuser unter sowie neben den Hochspannungsfreileitungen.
Da auch zur damaligen Zeit schon keine Bebauung unter der Hochspannung erlaubt war, besorgte sich der damalige Eigner eine Sondergenehmigung für die Bebauung am Weidenweg und verkaufte einen Teil seiner nun zu Baugrundstücken gewordenen Wiesen zu günstigeren Preisen als das umliegende Bauland (z. B. Goldregenweg) an die jetzigen Hauseigner. Selbst das Elternhaus der betroffenen Frau Oberröhrmann am Weidenweg wurde nachträglich von deren Eltern unter die Hochspannung gebaut.
Allen Erbauern war absolut klar und auch bekannt, dass diese Hochspannung über ihren Häusern verläuft und mit gewissen Gefahren und Unannehmlichkeiten zu rechnen ist. Wer sich zugunsten eines finanziellen Vorteils bewusst in solch eine Gefahr begibt, der muss auch damit leben und kann nun nicht anderen Bürgern diese Bürde auferlegen.
Alle von der potentiell neuen Trasse betroffenen Eigner haben sich wie mündige Bürger verhalten und hohe Grundstückspreise in Kauf genommen, damit kein Elektrosmog ihr Dasein trübt. Nun sollen diese die neue Trasse in nächster Nähe erdulden. Die Umlegung der Trasse würde dazu führen, dass die Immobilien im Bereich des Weidenweges einen hohen Wertzuwachs hätten. Hingegen würde aufgrund der Verschlechterung der Wohnlage, der Wert der Immobilien und Grundstücke, insbesondere am Erlen- und Rotdornweg, extrem sinken.
Auch ist der Besitzer des Reiterhofes, über dessen Wiesen die neue Trasse führen soll, mit der geplanten Trassenänderung nicht einverstanden. Der Meinung der Fachbereiche der Stadt Gütersloh sowie der Unteren Landschaftsbehörde, die Trasse nicht umzulegen, sondern die neue Hochspannungsleitung auf der alten Trasse zu belassen, können wir uns nur anschließen.
Unser Unmut hat nichts mit einer kleinen „Ausblickeinbuße“ zu tun sondern vielmehr damit, dass der Elektrosmog, der mit solchen Trassen einhergeht, nun anderen Bürgern zugemutet werden soll, die Ihre Grundstücke niemals unter solchen Gesichtspunkten gekauft hätten. Klaus und Birgit Grothe