Gütersloh (raho). Ohne einen Anschluss an die Autobahn A 2 funktioniert es nicht. Das ist die erste Erkenntnis des Verkehrsgutachtens zum geplanten interkommunalen Gewerbegebiet Gütersloh/Verl. Die zweite lautet: Dieser Anschluss müsste in Höhe der Pausheide (Bielefelder Straße) geschaffen werden. Die Platzierung dort weise die meisten Vorteile aus. Zu diesem Schluss kommt das Aachener Verkehrsbüro Baier, dessen Vertreter die Einzelheiten am Donnerstagabend dem Planungsausschuss vorstellten.
Die Experten hatten auch untersucht, ob sich das Gewerbegebiet über eine Verbindungsstraße von der vorhandenen Anschlussstelle an der Verler Straße parallel zu A 2 erschließen lässt. Diese Möglichkeit scheidet jedoch aus, weil laut Gutachten die Wege zu lang und der Verkehr auf der ohnehin belasteten Verler Straße in Spexard weiter zunehmen würde.
Ein Autobahnanschluss in unmittelbarer Nähe zum Gewerbegebiet sei auch unter Marketinggesichtspunkten von Bedeutung, meint der Leiter des städtischen Fachbereichs Planung, Michael Zirbel. Es gehe schließlich darum, neue Unternehmen anzusiedeln. Und für Interessenten steige die Attraktivität einer Fläche gewaltig, wenn die Autobahn mit einem Katzensprung erreicht werden könne.
Freilich ist nach wie unklar, wie lange es dauert, bis ein Autobahnanschluss verwirklicht werden kann. FDP-Sprecher Wolfgang Büscher sprach von zehn bis 15 Jahren, ehe ein solches Projekt auf die Liste des Landes und Bundes komme. Nach Meinung von Zirbel könnte es schneller gehen, aber „viele Jahre“ seien es wohl immer noch.
Die Machbarkeit des insbesondere von der CDU vorangetriebenen Gewerbegebietes ist nach der Erstellung des Verkehrsgutachtens ebenfalls noch nicht geklärt. Jetzt muss noch eine Umweltverträglichkeitsstudie die Frage beantworten, ob die Eingriffe in Flora und Fauna vertretbar sind. Kostenpunkt: knapp 100.000 Euro.
Der Gütersloher Anteil soll nach dem Willen der CDU außerplanmäßig noch in diesem Jahr bereitgestellt werden. Wie beim ersten Gutachten teilen sich Gütersloh und Verl die Summe fifty-fifty. Die Nachbargemeinde, in der sämtliche Flächen des Gewerbegebietes verortet werden sollen, befasst sich kommende Woche mit dem Thema.