Gütersloh (raho). Nächste Runde im Streit um die Ausweisung von Klinikbetten im Kreis Gütersloh: Sowohl das Städtische Klinikum als auch die Bezirksregierung Detmold haben jetzt Berufung gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Minden eingelegt. Das bestätigte gestern der kaufmännische Leiter Ingo Engelmeyer auf Anfrage.
Minden hatte im April den Feststellungsbescheid für das Städtische Klinikum teilweise wieder aufgehoben. Seither ist unklar, ob die im vorigen Jahr zugebilligten 30 unfallchirurgischen Betten dem Haus wieder entzogen und stattdessen dem klagenden St.-Elisabeth-Hospital zugeschlagen werden. Die Bezirksregierung wurde vom Gericht aufgefordert, einen neuen Bescheid zu erlassen, der die Entscheidungskriterien klar darstellen sollte.
Engelmeyer betonte zwar, „unser Ziel ist es, dass der alte Bescheid Rechtswirksamkeit erlangt“. Doch bei der Berufung geht es dem Klinikum auch darum, Zeit zu gewinnen. Denn Anfang kommenden Jahres tritt eine Gesetzesänderung in Kraft, die es den Kliniken innerhalb eines vom Land vorgegebenen groben Rahmens erlaubt, selbst fachliche Schwerpunkte festzulegen. Und dass die nächste Instanz, das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster, bis dahin ein Urteil in Sachen Berufung getroffen hat, davon gehen die Verantwortlichen aufgrund der bisherigen Erfahrungen nicht aus.
Schneller soll es hingegen am neuen Bettenhaus vorangehen. Nachdem die fürs Frühjahr geplante Inbetriebnahme wegen mangelhafter Bodenverlegung ausfallen musste, kommen die Arbeiten freilich nicht so zügig voran wie von den Verantwortlichen erhofft. Engelmeyer wollte daher gestern auch nicht versprechen, ob sich der für Oktober anvisierte Eröffnungstermin halten lässt.
Denn der Austausch des Belags samt Untergrund ist mit hohem logistischen Aufwand verbunden. Möbel, Türen, Bilder – alles müsse hin- und hertransportiert werden. Immerhin sei eine Hälfte des Hauses inzwischen soweit präpariert, dass in einigen Tagen mit der Neuverlegung begonnen werden könne, sagte Engelmeyer.
Das Verfahren wegen Schadensersatz läuft noch. Wie es heißt, bestreitet die Verlegefirma, Fehler gemacht zu haben, wenngleich ein Gutachter gravierende Mängel bescheinigt hatte. Laut Engelmeyer hat der Betrieb nun ein eigenes Beweissicherungsverfahren eingeleitet.
Optimistisch schaut der kaufmännische Leiter inzwischen beim neuen Ärztehaus am Klinikum drein. Nachdem es jahrelang nicht weiterging, ist für kommenden Freitag die offizielle Grundsteinlegung geplant.
Was die Nachfolge von Professor Claus Gropp angeht, kann Engelmeyer mit größerer Ruhe die Vertragsverhandlungen mit den beiden Chefärzten in spe angehen. Denn Gropp, der eigentlich Ende Juni ausscheiden wollte, um als niedergelassener Arzt weiter zu praktizieren, hat sich bereiterklärt, noch bis Ende des Jahres die Innere Medizin zu leiten. „So werden wir einen guten Übergang hinbekommen“, sagte Engelmeyer.
„Super zufrieden“ ist das Klinikum angesichts der neuesten Belegungszahlen. „Wir liegen sowohl in Gütersloh als auch am Standort Rheda um einige hundert Fälle über dem Plan.“