Gütersloh (ost/raho). Auch der vierte Anlauf ist gescheitert. Völlig überraschend ist gestern Abend mit Stephanie Warnecke auch die letzte Kandidatin für die Stadthallen-Geschäftsführung durchgefallen. Nachdem die Politiker im Hauptausschuss deutlich gemacht hatten, dass sie mit ihrer Vorstellung nicht zufrieden waren, zog Warnecke ihre Bewerbung zurück. Damit bleibt der bereits seit März vakante Posten weiter unbesetzt.
Die Entscheidung fiel hinter verschlossenen Türen. Wie es hieß, zog sich die Unzufriedenheit der Politiker mit der Präsentation Warneckes quer durch alle Fraktionen. Die 43-jährige Verlerin, für die sich vor allem Kulturdezernent Andreas Kimpel und, nach anfänglichem Zögern, auch Bürgermeisterin Maria Unger stark gemacht hatten, habe nicht überzeugt.
Wie die Stadtverwaltung in einem offiziellen, aber knappen Statement nach der mehrstündigen Sitzung mitteilte, habe sich im Verlaufe des Gespräches abgezeichnet, „dass ihre Vorstellungen (die von Warnecke, d. Red.) nicht mit denen von großen Teilen des Ausschusses übereinstimmten.“ Nach dem Rückzieher von Warnecke habe dann auch die Verwaltung ihre – befürwortende – Entscheidungsvorlage zurückgezogen.
Aus politischen Kreisen hieß es im Anschluss an die Sitzung, dass Warnecke keine überzeugende Darstellung davon habe geben können, wie sie die Stadthalle entwickeln wolle. Warnecke hatte sich gestern erstmals dem Hauptausschuss präsentiert. In zwei früheren Runden hatte sie sich den Fraktionsvorsitzenden und den einzelnen Fraktionen vorgestellt. Bis auf die BfGT und die Grünen, die die Kompetenzen Warneckes für den Posten anzweifelten, hatten sich die Fraktionen daraufhin verständigt, Warnecke wählen zu wollen. Die CDU, so deren Fraktionsvorsitzender Ralph Brinkhaus unlängst im NW-Gespräch, auch aus dem Grund, sich nicht den Vorwurf machen lassen zu wollen, sie wolle nur Unger torpedieren.
Umso unerwarteter kam gestern die Wende. So sollen einzelne Fraktionen schon während der Fragerunde an die Kandidatin gemurrt haben. Die CDU habe schließlich eine Sitzungsunterbrechung beantragt – aus der die SPD dann mit der Aussage zurückkehrte, die Kandidatin entgegen ihrer früheren Ankündigung nun doch nicht wählen zu wollen. Wäre schon mit dieser Mehrheitsverteilung ein Ratsbeschluss pro Warnecke fraglich geworden, so habe die Haltung der CDU, die wenig später für Vertagung plädiert haben soll, den Ausschlag gegeben. Kimpel und Unger hätten die neuen Positionen zum Anlass genommen, die (nicht mehr anwesende) Kandidatin telefonisch zu befragen, ob sie an der Bewerbung festhalte. Sie tat es nicht.