Von GERRIT DINKELS - Gütersloh (gl). Mehr wirtschaftliche Kompetenz im Rathaus ist den Fraktionen von CDU und Grünen schon lange ein Anliegen. So verwundert es nicht, dass die Plattform-Partner dies gestern in einer Mitteilung erneut angemahnt und die Bürgermeisterin aufgefordert haben, zu handeln. Zwischen den Zeilen hat die aktuelle Forderung allerdings weitreichende Konsequenzen für die Rathausspitze sowie die Stadthalle und das neue Theater.
Der aktuelle Vorstoß zielt darauf, den Verwaltungsvorstand aufzustocken und den Beigeordneten Andreas Kimpel direkt mit der Leitung der Stadthalle und des Theaters zu betrauen. Die mehrfach ausgeschriebene GeschaÅNftsführerstelle würde eingespart, um den ganzen Handel kostenneutral zu gestalten
Aber von vorn: Es sei „dringend geboten, mehr wirtschaftliche Kompetenz im Rathaus zu installieren“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus in der am späten Nachmittag verbreiteten Mitteilung. Die neue Stelle solle „möglichst hoch angesiedelt“ sein und eine „Querschnittsfunktion über alle Fachbereiche hinweg“ haben. Das kann eigentlich nur die Dezernentenebene sein. Die Bestätigung liefert Hans-Peter Rosenthal, Fraktionssprecher der Grünen, in derselben Mitteilung. Er könne sich gut vorstellen, dass eine „erfahrene Führungskraft mit kommunal- oder privatwirtschaftlichem Hintergrund“ gefunden werden könne. Ein wirksames Controlling sei nur möglich, „wenn wir auch die entsprechende Person haben“. Mit dem Ausscheiden des früheren Ersten Beigeordneten und Kämmerers Dr. Klaus Wigginghaus war die Zahl der Beigeordneten gerade erst auf drei reduziert worden. Brinkhaus: „Vor dem Hintergrund, dass wir insbesondere im Bereich Kultur, Stadthalle, Theater einige Entscheidungen zu fällen haben, sollte Frau Unger vielleicht noch einmal über eine grundlegende Umstrukturierung in der Verwaltungsführung nachdenken.“
Das Stadthalle und Theater ins Feld geführt werden, kann nur bedeuten, dass die Leitung künftig bei der Verwaltung angesiedelt werden soll. Klarheit schafft Rosenthal am Ende der Mitteilung: Ziel müsse es sein, „ein kostenneutrales Gesamtpaket“ hinbekommen. Kostenneutral wäre eine Lösung nur dann, wenn die zusätzliche Dezernentenstelle durch die wegfallende GeschaÅNftsführungsstelle für die Stadthalle und das Theater gegenfinanziert würde.
Auffällig am Vorstoß der Plattform ist nicht nur, dass Ross und Reiter nicht beim Namen genannt werden, sondern auch, dass er bisher nicht in der Form eines Antrags formuliert wurde, sondern lediglich als Aufforderung an die Verwaltung. Dem Vernehmen nach soll dort auch an einem Modell gefeilt werden, wie die Aufgaben im Rathaus sowie beim Theater und der Stadthalle künftig verteilt werden können.
Aus Plattform-Kreisen verlautete überdies, eine einzelne Stelle im Büro der Bürgermeisterin für eine Person mit wirtschaftlichem Sachverstand, wie es demnach von Maria Unger angedacht gewesen ist, sei keine Lösung. In Sachen Stadthallen- und Theater-GeschaÅNftsführung ist nach dem Scheitern der jüngsten Kandidatin bisher kein Ausweg in Aussicht gestellt worden.
Siehe auch hier die Pressemitteilung von CDU und GRÜNEN.