VON MATTHIAS GANS - Gütersloh. Der Versuch der „Bürger für Gütersloh e.V.“ (BfGT), den Theaterneubau erneut zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern, ist gescheitert. Ihr am vergangenen Dienstag gestellter Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung an die Stadt, die Paul-Thöne-Halle und das benachbarte Parkdeck „vorerst“ nicht abzureißen, wurde gestern vom Landgericht Minden gleich in zwei Punkten zurückgewiesen.
Ein Grund: Als Verein seien die BfGT gar nicht befugt, einen solchen Antrag zu stellen. Zudem konnte das Gericht die Dringlichkeit des Erlasses nicht feststellen. Tatsächlich war erst am Donnerstagabend im Planungsausschuss der Abriss beschlossen worden, doch diese Tatsache konnten die Antragsteller dem Gericht am Dienstag ja noch nicht mitteilen.
Begründet hatten die BfGT den Antrag mit dem Ratsbeschluss vom 21. Juni 2006, indem nicht nur mehrheitlich der Neubau beschlossen, sondern auch die Kostendeckelung von 19 Millionen Euro getroffen wurde. Da die Verwaltung die Baukosten nun um 8,5 bis 10 Prozent höher veranschlagt – genauere Zahlen will sie Ende des ersten Quartals 2008 angeben – fordern die BfGT eine gesonderte Prüfung, ob der Ratsbeschluss in der bestehenden Form umzusetzen sei.
Sollte das neue Theater nicht errichtet werden, befürchten die BfGT eine „städtebauliche Lücke“. Solange beide Objekte verhanden seien, sieht der Verein für die vermeintlich kostengünstigeren Umbaupläne, die das alte Theater zu seiner neuen Spielstätte umwandeln, eine Chance.
Dieser Argumentation konnte das Gericht nicht folgen, weil die BfGT als Verein von dem Abriss nichtunmittelbar betroffen sei, so eine Gerichtssprecherin. Wäre der Antrag nicht vom Verein, sondern von der Fraktion erfolgt, hätte er nur Chancen gehabt, wenn die Rechte der Fraktion betroffen gewesen seien.
Der Abriss des alten Theaters sollen noch vor Weihnachten beginnen, teilt die Stadt mit. Dabei werden zunächst die Innenräume entkernt und alle separat zu entsorgenden Bauteile aus- und abgebaut, bis endgültig der Bagger anrückt. Für die Weihnachtseinkäufe steht die Parkpalette noch zur Verfügung. Sie wird nach Weihnachten abgetragen, Ausweichparkplätze werden auf dem Theodor-Heuss-Platz eingerichtet. Die kompletten Abrissarbeiten sollen Anfang Februar beendet sein.
Während der Bauzeit werden die Stadthallenbesucher nicht auf Parkplätze verzichten müssen. Auf der Fläche des jetzigen Parkhauses werden provisorische Parkplätze eingerichtet.