GL: Bürgergemeinschaft „Pro Schwimmsport“ - Eltern kämpfen für das Schulschwimmen (13.11.07)

Gütersloh (din). Die Briefköpfe sehen sich ähnlich, die Anliegen sind es ebenfalls. Nach der Bürgergemeinschaft „Pro Hallenbad“ hat sich nun auch eine Bürgergemeinschaft „Pro Schwimmsport“ formiert.
Der neue Zusammenschluss mit seinen Sprecherinnen Barbara Eggert und Martina Vonrüden wendet sich gegen eine Einschränkung des Schulschwimmens und des Vereinsports in Folge der neuen Bädernutzungszeiten. Dahinter stehen die Stadtschulpflegschaft und eine Initiative von Eltern Gütersloher Grundschulkinder.

Laut Mitteilung soll das Schulschwimmen von bisher neuneinhalb Vormittagen im Hallenbad und in der Welle auf noch sieben Vormittage reduziert werden. Die deutlichsten Einschnitte müssten die Grundschulen hinnehmen. Barbara Eggert, Schulpflegschaftsvorsitzende der Grundschule Pavenstädt: „Gerade im Grundschulbereich ist der Schwimmsport besonders wichtig, da wir hier je nach Stadtteil einen Nichtschwimmerquote von 40 bis 60 Prozent zu Beginn des dritten Schuljahrs finden. Nach einem Jahr Unterricht liegt die Quote dann bei fünf bis zehn Prozent.“ Die vom Schulgesetz NRW vorgesehenen 45 Minuten Schwimmzeit pro Kind und Woche würden schon jetzt deutlich unterschritten. Nach Abzug der Transport- und Umzugszeiten blieben nur „20 bis 30 Minuten effektive Zeit im Wasser“.

Auch die Schwimmvereine seien von den Kürzungen betroffen. So würden die Trainingszeiten von 20 auf 14 Stunden pro Woche reduziert. Besonders die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) müsse Einschränkungen hinnehmen von neun auf sechs Stunden.

„Die Vermutung liegt nahe, dass der unlukrative Schul- und Vereinssport eingeschränkt werden soll, um die Stunden dann teurer zu verkaufen“, sagte Barbara Eggert der „Glocke“. Auf diese Weise, so schwant es den Eltern, sollten der Umbau der „Welle“ refinanziert und Gewinne der Stadtwerke gesteigert werden. Eine Aussage der Stadtwerke, die Einschnitte resultierten auch aus der Forderung der der Bürgerinitiative „Pro Hallenbad“, die mehr Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit fordere, weisen die Sprecherinnen zurück.

Astrid Dinter, Sprecherin der Hallenbad-Initiative: „Das Ausspielen der beiden Initiativen gegeneinander wird den Stadtwerken nicht gelingen.“ Das Hallenbad solle nun entgegen ursprünglichen Plänen freitags für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Wenn dadurch das Schulschwimmen eingeschränkt werde, liege das an der fehlenden Bereitschaft der Stadtwerke, donnerstags und freitags die „Welle“ zur Verfügung zu stellen.

Von den Stadtwerken war gestern auf Anfrage keine Stellungnahme zu erhalten. Heute beschäftigt sich der städtische Finanz- und Beteiligungsausschuss mit der Eingabe der Hallenbad- Initiative vom April und dem neuen Bäderkonzept (17 Uhr, Rathaus). In der Vorlage heißt es, „nicht alle Wünsche der Schulen konnten berücksichtigt werden“.