GL: Beigeordneter zieht um - Konzept für Stadthalle und Theater gelobt (14.11.07)

Von GERRIT DINKELS - Gütersloh (gl). Wenn der Beigeordnete Andreas Kimpel im nächsten Jahr die Leitung der Stadthalle und des noch zu bauenden Theaters übernimmt, wird er mit seinem Team Büros in der Stadthalle beziehen. Das kündigte er gestern Abend im Finanzund Beteiligungsausschuss an, der die Zusammenführung beider Einrichtungen zu einem Kulturund Veranstaltungszentrum Gütersloh einhellig begrüsste.
Zurzeit werde die Raumsituation in der Stadthalle analysiert, sagte Kimpel. „Ich selbst werde in die Stadthalle umziehen, wenn ich nächstes Jahr diese Aufgabe übernehmen darf.“ Eine seiner ersten Aufgaben werde es sein, eine Strategie für die Stadthalle zu entwickeln. Der etwas sperrige Name „Kultur- und Veranstaltungszentrum Gütersloh“ sei zunächst nur ein „Arbeitstitel“. Eine endgültige Bezeichnung müsse noch gefunden werden.

Dem Ausschuss ging es in seiner Zuständigkeit gestern in erster Linie um die Stadthalle sowie die finanzielle Komponente und die Organisationsform. Wie berichtet, will Kimpel den neuen Verbund weiter als Eigenbetrieb der Stadt führen und nicht als GmbH. Der Ausschussvorsitzende Gerhard Piepenbrock (CDU) sagte, die steuerlichen Vorteile eines Eigenbetriebs würden in dem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft klar dargelegt.

CDU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus sagte, die CDU habe eigentlich immer eine GmbH gewollt und eine Aufteilung in eine Besitz- und eine Betriebs-GmbH sei womöglich nicht hinreichend geprüft worden. Andererseits habe Kimpel sich den Ball nun vorgelegt und sei verantwortlich für das Konstrukt. „Das nehmen wir sehr ernst“, sagte Brinkhaus. „Am Erfolg wird er sich messen lassen müssen, wenn er wiedergewählt werden will.“ Kimpel brauche nun die unternehmerische Freiheit, damit er sich den Ball zurechtlegen könne.

Kurt Schrader (SPD) sagte, dem Konzept für Stadthalle und Theater könne man „durchgehend zustimmen“. Die damit verbundene Schaffung eines Fachbereichs Kultur und Sport müsse man allerdings noch einmal überprüfen. Schrader, zugleich Vorsitzender des Sportausschusses: „Sport muss nach wie vor einen besonderen Stellenwert haben.“

Hans-Peter Rosenthal (Grüne) vermisste in der Vorlage weitere Ausführungen zur Stadthalle und was dort stattfinden solle. „Da muss auch etwas reindürfen, dem nicht der Begriff ‚Kultur‘ auf der Stirn geschrieben steht.“ Er erinnerte an ein Papier des früheren Stadthallenchefs Johann Nusser, der eine Steigerung des Tagungsund Kongressanteils auf 30 Prozent gefordert habe. Mit seiner Anregung, den Sportausschuss nach dem Neuzuschnitt der Fachbereiche nicht mehr als eigenständigen Ausschuss zu führen, erntete Rosenthal allerdings allseits Widerspruch. Brinkhaus: „Gütersloh ist eine Sportstadt.“ Dem würde man nicht zustimmen. Thomas Ostermann (SPD): „Wir sagen auch, der Sportausschuss muss bleiben.“

Nobby Morkes (BfGT) erklärte, „die ganze Vorlage trägt die Handschrift eines Kulturfachmanns“. Die Stadthalle und der Sport kämen etwas zu kurz. Die BfGT würde eine GmbH befürworten.

Peter Kalley (UWG) wünschte sich weitergehende Informationen.

Hartwig Fischer (FDP) sagte, die FDP sei zwar für eine GmbH, aber das Konzept sei „ein guter Start. „Gehen Sie an die Arbeit, Herr Kimpel!“